Burg Arras
in Alf
Burg Arras Um 900 veranlassten Normanneinfälle einen der ranghöchsten Beamten des karolingischen Königshofes, den lothringischen Pfalzgrafen mit Dienstsitz in Aachen, die Burg Arras zum Schutz seines reichen Besitzes an der Mosel zu errichten. Die Burg wurde 950 fertiggestellt und ist damit die älteste Befestigungsanlage der Region einschließlich des Mittelrheingebietes.
Im Jahre 1105 wird die dem Hl. Laurentius gewidmete Burgkapelle von dem mächtigen Erzbischof Bruno geweiht.
Ein Sohn der Burg, Dietrich von Metzenhausen, führte auf diesem Reichstag die Verhandlungen mit der französischen Königsfamilie, die das Herzogtum Burgund nicht den Habsburgern überlassen wollte. Diese Streitigkeiten waren Anlaß und Ausgangspunkt der dann beginnenden und bis in unser Jahrhundert reichenden sog. Erbfeindschaft mit Frankreich. Zerstörung der Burg Arras und Vertreibung ihrer Bewohner im pfälzischen Erfolgekrieg waren 1689 die Folge.
Eine im Staatsarchiv verwahrte Bestandsaufnahme der Burggebäude aus dem Jahre 1624 gibt Auskunft über die damalige Wohn- und Lebensweise. Der noch vorhandene Weinkeller mit einem Fassungsvermögen von 32 Fudern Wein - ein Fuder umfaßt im Moselland 1.000 Liter - diente der eigenen Versorgung. Ebenso sind sieben kleine Keller für Obst, Gemüse und Getreide verzeichnet. Stallungen für Pferde, Rindvieh und Schweine waren von einem der drei Innenhöfe zugänglich. Der Wohnteil allein umfaßte acht Wohnstuben und 14 Schlafkammern.
Die Burgkapelle befand sich im Anschluß an den Rittersaal. Den Burgherren standen neben dem Lachs- und Hechtfang in der Mosel und im Alfbach die hohe Jagd im benachbarten Kondelwald bis Bad Bertrich zu, dessen warme Quellen ihnen ebenfalls einst gehörten.
Nach dem Abzug der Franzosen am Ende des Pfälzischen Erfolgekrieges verfiel die Burg langsam. Die Ruine wurde von der Bevölkerung als Steinbruch benutzt. Der 1000jährige Turm, der im Erdgeschoß eine Stärke von 4 m aufweist, widerstand jedoch allen Zerstörungsversuchen. Der Bergwerksdirektor Traugott Wilhelm Dykerhoff aus Herne hat um 1900 unter Einbeziehung des stehengebliebenen Mauerwerkes die Burg wieder bewohnbar gemacht.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
ganzjährig von außen
Burgmuseum: montag bis freitags 10:00 bis 18:00 Uhr, samstags und sonntags: 9:00 bis 18:00 Uhr (mit Eintritt)
Parkmöglichkeiten:
etwa 10 Minuten Fußweg entfernt am Fuße des Burgbergs
Essen & Trinken:
Burgrestaurant
Übernachtung:
Burghotel
Tipps & Tricks:
Es sind zwar auch einige wenige Parkplätze direkt vor der Burg vorhanden, diese sind aber für die Hotelgäste reserviert.