Burgruine Beaufort
in Beaufort (L)
Burgruine Beaufort Wie der erste Herr von Beaufort geheißen hat, ist nicht genau erwiesen. Urkundlich tritt Walter von Wiltz und Beaufort im Jahre 1194 als erster Herr der Wasserburg auf und wird deshalb als Ahnherr der Edlen von Beaufort angenommen.
Es ist jedoch erwiesen, dass der älteste, hochgelegene Burgteil bereits um 1150 auf den Resten eines römischen Kastells erbaut wurde. Er erhob sich auf einem massiven Felsen als ein vornehmer, von Ecktürmen flankierter Bau; zur Talseite von einem Wassergraben umgeben, zur Bergseite geschützt. Um ins Innere der Burg zu gelangen, musste man einst zwei mit Wehrgängen versehene Ringmauern passieren, zwischen denen der Wassergraben mit darüber führenden Zugbrücken lag.
1348 gelangten Burg und Herrschaft Beaufort durch Heirat der Adelheid von Beaufort mit Wilhelm von Orley an das Haus Orley. Unter der Herrschaft dieser Familie wurde die Burg zur östlichen Talseite bedeutend vergrößert: Es entstand ein Anbau und damit ein Eingang neben dem Burgbrunnen mit darüber befindlichen Gemächern. Der Wasserturm und der untere Teil des Hauptturmes wurden ebenfalls um diese Zeit erbaut.
Als sich Johann von Orley eines Treuebruchs gegen den Landesherrn schuldig gemacht hatte, konfiszierte Kaiser Maximilian 1477 die Herrschaft Beaufort und belehnte damit Johann Bayer von Boppart. Durch Heirat gelangte sie an das Haus von Velbrück. Um 1500 war ein Bernard von Velbrück Herr auf Burg Beaufort. Während seiner Zeit als Burgbesitzer wurde die letzte Erweiterung der Anlage vorgenommen: Der Querflügel mit den hohen Renaissancefenstern wurde errichtet.
Seine Enkelin vermählte sich mit Gaspard de Heu. Dieser hielt es zur Zeit Philipp II. mit der Partei der aufständischen Niederländer, weshalb er gefangen genommen und auf Geheiß des Königs im Jahre 1593 hingerichtet wurde. Philipp II. konfiszierte die Burg und belehnte damit Peter Ernst Graf von Mansfeld.
In den Wirrnissen des 30jährigen Krieges geriet die Herrschaft Beaufort in große Schulden, weshalb sich ihr damaliger Besitzer Gaspard du Bost-Moulin gezwungen sah, die Burg und ihre dazu gehörigen Ländereien an Johann Baron von Beck zu veräußern. Dieser war der letzte Ritter, der die Burggemäuer bewohnte. Im Jahre 1646 begann er mit dem Bau eines neuen Schlosses im Renaissance-Stil neben der alten Burg, dessen Vollendung er jedoch nicht mehr erlebte, da er 1648 in der Schlacht von Arras fiel. Erst sein Sohn Johann Georges vollendete den Schlossbau.
In den folgenden 150 Jahren wechseln Burg und Schloss Beaufort mehrfach die Besitzer. Die Mehrheit von ihnen hält sich meist auf ihren Stammschlössern in Belgien auf und besuchen Beaufort nur zur Jagdzeit oder um die Verwaltung zu überprüfen. Die Gebäude verfielen. Die alte Ritterburg war diesem Verfall besonders preisgegeben, da sie bereits seit 200 Jahren nicht mehr bewohnt war. Sie wurde vielmehr als Steinbruch genutzt, ehe die luxemburgische Regierung dieser Zerstörung 1850 Einhalt gebot, indem sie die Anlage unter Denkmalschutz stellte. Doch die einstige Ritterburg war in einem jämmerlichen Zustand: Die Bedachung war längst eingestürzt, Gesträuch wucherte in allen Mauern und dicke Bäume versperrten den Zugang zu den früheren Räumlichkeiten.
Erst 1930 ließ der damalige Besitzer Edmond Linckels das gänzlich verwilderte Burggemäuer zum Zwecke der touristischen Erschließung räumen. Die verfallenen Räume wurden vom Schutt befreit, Brunnen wieder ausgehoben und Treppen teilweise erneuert. Er ließ Innenmauern reparieren und den Burghof neu anlegen.
Seit 1981 ist die Burgruine Eigentum des Staates Luxemburg.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
April bis Oktober: täglich 9:00 bis 18:00 Uhr
Eintritt: Erwachsene 80 BF (Stand 2001)
Parkmöglichkeiten:
etwa 1 Gehminute von der Burg entfernt
Essen & Trinken:
kleiner Kiosk
Übernachtung:
nein
Homepage:
Tipps & Tricks:
Die Burg wird auch Bedfort genannt.

Direkt neben der Burganlage erhebt sich das Schloss Beaufort, dass jedoch leider nicht zu besichtigen ist.

Unbedingt probieren sollte der geneigte Burgbesucher den "Cassis de Beaufort" - die Spezialität der Schloßherren von Beaufort; ein Likör aus schwarzen Johannisbeeren. Er wird an Ort und Stelle hergestellt und schmeckt köstlich! Na denn: Prost! :*)