Burg Bouillon
in Bouillon
Burg Bouillon Die Burg Bouillon ist mit ihren bis zu dreieinhalb Metern dicken Mauern die älteste Wehranlage Belgiens und steht auf einem Schieferfelsen über der Stadt Bouillon. Sie erstreckt sich über drei Felskuppen und ist somit in drei einzelne Gebäudeabschnitte unterteilt, die durch Brücken untereinander verbunden sind. Auch wenn häufig zu lesen ist, dass die Ursprünge ihrer Gänge und Gewölbe aus dem 8. Jahrhundert stammten, so ist die Existenz der Anlage urkundlich aber erst für 998 nachgewiesen. Zu jener Zeit war sie im Besitz des Hauses Ardennen. In der Zeit von 1050 bis 1067 wurden einige Wehrtürme und der Donjon errichtet, von dem heute nur noch wenige Mauerreste zeugen, da er 1824 von den Holländern zerstört wurde. Die Mehrheit der heutigen Bausubstanz ist jedoch der Erfindung des Schwarzpulvers geschuldet stammt aus dem 17. Jahrhundert. Sie ist Bautätigkeiten Vaubans zuzuschreiben, dem Hofarchitekten für militärische Bauten Ludwigs XIV., der die Festung im 17. Jahrhundert verstärken ließ.
Bekannt wurde die Anlage als Stammburg Gottfrieds von Bouillon, dem Führer des ersten Kreuzzuges im Jahre 1099 und des ersten Königs von Jerusalem. Der verkaufte sein Herzogtum samt Burg an den Lütticher Fürstbischof Otbert, um seine Teilnahme am Kreuzzug finanzieren zu können, ließ sich per Vertrag aber die Möglichkeit offen, die Burg selbst oder durch einen seiner drei Nachfolger wieder zurückkaufen zu können. Da Gottfried aber in Jerusalem starb, blieb das Lütticher Bistum mit einigen Unterbrechungen beinahe die nächsten sechs Jahrhunderte Eigentümer der Anlage (bis 1678).
1140 wurde die durch den Grafen von Verdun erobert, kam aber wieder an den Bischof von Lüttich. Der ließ im 15. Jahrhundert Bouillon durch Statthalter verwalten, so dass die Familie von der Mark Burgbesitzer wurde. 1521wurde ihrem Familienoberhaupt vom französischen König Karl V. der Titel des Herzogs von Bouillon verliehen, obwohl dieser aufgrund der Eigentumsverhältnisse eigentlich dem Bischof von Lüttich gebührte. Durch Heirat von Charlotte von der Mark ging der Titel an ihren Ehemann Henry de la Tour d'Auvergne.
Nachdem 1676 französische Truppen unter Marschall von Créquy während des XXX Krieges die Burg Bouillon erobert hatten, wurde sie der Familie Tour d'Auvergne samt des Herzogtums Bouillon 1678 von Ludwig XIV. zugesprochen und die Eigentumsverhältnisse durch die Frieden von Nijmegen (1679) und Ryswyk (1697) bestätigt: trotz des Proteste aus Lüttich.
Ein Rundweg führt heute durch den herzoglichen Palast, Verliese, Kerker, und Zisternen. Besonders geschichtsträchtig ist ein steinerner Sessel, auf dem Gottfried von Bouillon nur wenige Jahre nach dem Bau seiner Burg den Entschluss fasste, als Kreuzritter ins Heilige Land zu ziehen. Der Saal Gottfrieds von Bouillon ist zum Teil in den Felsen des Burgberges gehauen und mit einem Tonnengewölbe abgeschlossen. Die Geschichte, dass die Kreuzritter dort ihr Gelöbnis abgelegt hätten, muss jedoch in das Reich der Sagen verwiesen werden, denn der Saal entstand erst im 13. Jahrhundert.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
Januar, Februar, Dezember (außer 01.01. und 15.12.) wochentags 13:00 bis 17:00 Uhr, samstags und sonntags 10:00 bis 17:00 Uhr
März, Oktober, November täglich 10:00 bis 17:00 Uhr, April bis Juni und Semptember wochentags 10:00 bis 18:00 Uhr, samstags und sonntags 10:00 bis 18:30 Uhr, Juli und August täglich 10:00 bis 18.30 Uhr (letzter Einlass jeweils 45 Minuten vor Schließung)
Eintritt für Erwachsene 5,20 EUR, für Senioren 4,50 EUR, für Studenten 3.80 EUR, für Kinder 3,50 EUR
Parkmöglichkeiten:
direkt an der Burg
Essen & Trinken:
nein
Übernachtung:
nein
Homepage:
Tipps & Tricks: