Haus Buschfeld
in Erfstadt
Haus Buschfeld Haus Buschfeld (auch Schloss Buschfeld genannt) liegt am oberen Erftverlauf auf dem Gebiet von Erftstadt zwischen den beiden Stadtteilen Bliesheim und Liblar. Das Anwesen wurde 1170 im Zusammenhang mit Ritter Wilhelm Schilling von Buschfeld, Herr zu Bornheim erstmals urkundlich erwähnt und gilt als eine der ältesten befestigten Wasserburgen des Rhein-Erft-Kreises. Aufgrund seiner Größe sowie seinem dazugehörigen Landbesitz war der Rittersitz Buschfeld früher als landtagsfähig eingestuft.
Das dreigeschossige Herrenhaus ist ein schlichter spätbarocker Backsteinbau mit schiefergedecktem Walmdach. Das Mauerwerk seiner zwei unteren Etagen ist rot geschlämmt. Über dem Portal des neunachsigen Gebäudes findet sich das Allianzwappen seines Erbauers Hugo Damian Adolf Freiherr von Quadt zu Buschfeld und dessen Ehefrau Maria Adriana von Hatzfeld-Wildenburg zu Schönstein. Der 25 x 12 Meter messende Bau ist von einem kleinen Park umgeben und wird als Wohn- und Bürogebäude genutzt.
Westlich des Herrenhauses befinden sich die an drei Seiten von Wassergräben umgebenen einstigen Wirtschaftsgebäude. Die heute vierflügelige Anlage ist über eine Bogenbrücke aus Backstein erreichbar umschließt einen quadratischen Innenhof. Mit ihren südlichen Gebäudeteilen weist sie noch einen Baubestand aus dem 16. Jahrhundert auf. In den 1990er Jahren wurden die Ökonomiegebäude umgebaut und beherbergen seit dieser Zeit Eigentumswohnungen.
Erster namentlich bekannter Burgherr ist Wilhelm Schilling von Buschfeld im Jahre 1170. 1276 war die Burg Buschfeld Eigentum von Wennemar von Gymnich, der sie gemeinsam mit anderen Besitzungen im Tausch gegen die Burg Kerpen seiner Schwester Beatrix und ihren Kindern überließ. Deren Nachfahren nannten sich nachfolgend nach ihrem neuen Wohnsitz ''von Buschfeld''.
Im Jahre 1337 verkaufte Arnold von Buschfeld - Erbauer der Burg Konradsheim - das Öffnungsrecht an seinem Allodialgut „castrum Buschfeld“ dem Kölner Erzbischof Walram von Jülich. Von Arnolds Enkel Johann von Buschfeld erwarb der Ritter Everhardt von Quadt im Jahre 1448 „dat Sloss, burgh ind huyss Buysfelt mit Thurnen, portzen, Bruggen, vurburge, grauen, wyeren, visscheryen, Schuyren, gulden, Renten ind synre zubehoere“.
Über 300 Jahre lang verblieb das Haus Buschfeld nachfolgend im Familienbesitz der Freiherren von Quadt. Nach dem Tod des letzten männlichen Vertreters, dem Trierer Oberchorbischof und Archidiakon Johann Sigismund von Quadt-Buschfeld, kam die Anlage als Erbe an die nächsten Verwandten, die Familie Von der Leyen (Adelsgeschlecht)|von der Leyen zu Adendorf, die es 1802 an die Freiherren von Loë zu Wissen verkaufte. Durch die Heirat Alexandrinas von Loë zu Wissen kam Buschfeld an den Reichsgrafen Clemens Wenzelslaus von und zu Hoensbroech, dessen Sitz sich auf Schloss Haag in Geldern befand. Seine Nachfahren verkauften den Besitz 1926 an die Kommanditgesellschaft Dr. Wegge, die es als landwirtschaftliches Gehöft nutzte. In den frühen 1970er Jahren erfolgte dann der Verkauf an die Familie Meller, die es 1997 an die Kölner Familie Hendel veräußerte.
Die Anfänge Buschfelds sind in einer zweiteiligen, befestigten Anlage zu suchen, die aus einer Vorburg und einem Burghaus bestand und von zwei breiten Wassergräben umgeben war. Das Burghaus, im Nordosten der Anlage gelegen, war noch einmal durch einen inneren Wassergraben von der Vorburg getrennt. Von ihm sind keinerlei Spuren erhalten, da 1705 der so genannte ''Schwarze Turm'' der offenbar sehr alten Kernburg einstürzte und die Reste 1711 völlig abgetragen wurden. Anstelle des alten Burghauses ließ der damaligen Besitzer, Hugo Damian Adolf von Quadt zu Buschfeld, östlich der bestehenden Gebäude in der Zeit von 1708 bis 1711 unter dem Trierer Hofbaumeister Philipp Honorius Ravensteyn am Ort des äußeren, derweil zugeschütteten Burggrabens ein neues Herrenhaus im Stil des Spätbarock errichten. Der Neubau verschlang die stattliche Summe von rund 15.000 Gulden. Vom Ende der Bauarbeiten künden die Maueranker am Gebäude in Form der Jahreszahl 1711.
Eine Zeichnung des Malers Renier Roidkin von 1730 zeigt die Wirtschaftsgebäude des Schlosses Buschfeld mit mehreren hohen Türmen, die von großen Hauben gekrönt sind; daneben das eher schlicht gehaltene neue Wohngebäude. Zu jener Zeit existierte im nordwestlichen Teil der Vorburg neben dem einstigen Standort des alten Burghauses noch eine kleine Gartenanlage, die heute ebenfalls vollkommen verschwunden ist.
Der heutige klassizistische Eindruck, den das Herrenhaus vermittelt, ist wohl darauf zurückzuführen, dass das Gebäude unter der Familie Wegge in den 1920er Jahren „zeitgemäß erneuert und umgestaltet“ wurde.
Nachdem die Familie Hendel das Schloss im Jahre 1997 erworben hatte, folgten umfangreiche Sanierungsarbeiten, nach deren Abschluss sich das Herrenhausgebäude in seiner heutigen Gestalt präsentiert.
Die ältesten Bauteile der Vorburg datieren in des 16. Jahrhundert. Die nördlichen Gebäude wurden erst um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert (und später) dort errichtet. In den 1990er Jahren wurde die Vorburganlage saniert und zu 37 Wohneinheiten umgestaltet.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
ganzjährig nur von außen und weitem
Parkmöglichkeiten:
direkt am Schloss, irgendwo an der Straße
Essen & Trinken:
nein
Übernachtung:
nein
Tipps & Tricks:
!!! Privatbesitz !!!