Burgruine Coraidelstein
bei Klotten
Burgruine Coraidelstein Die Burg Coraidelstein wurde vor 996 vom Pfalzgraf Hermann I. als Herrensitz und Mittelpunkt eines Fronhofes erbaut. 1142 wurde die Burg als erledigtes Lehen vom Reich eingezogen. Verwaltet wurde sie durch Reichsvögte und Schultheiße.
Zwischen 1040 und 1047 wählte die polnische Königin und Enkelin Kaiser Ottos III. Richeza (* um 997, † 21. März 1063) Burg Coraidelstein vorübergehend als ihren Witwensitz. Nach leidvollen Jahren lebte sie hier zurückgezogen mit ihrem Sohn Kasimir. Um ein Plätzchen zu haben, wo sie ohne den Zulauf des Volkes ungestört die Heilige Messe anhören konnte, ließ sie eine kleine Nikolauskapelle errichten. Trotz der gewählten Einsamkeit galt ihr Engagement der Pflege von Kranken und der Wohltätigkeit gegenüber Armen. Nach dem Tode ihres Bruders Otto 1047 zog sie sich ganz zurück und verbrachte ihre letzten Jahre in der Abtei Brauweiler bei Köln, deren Hauptwohltäterin sie wurde und der sie um die Mitte des 11. Jahrhunderts die Burg Coraidelstein bei Klotten als Schenkung vermachte.
1263 verzichtete Kuno von Schönberg zugunsten der Abtei Brauweiler auf das Schultheißenamt, blieb jedoch auf der Burg wohnen und widmete sich dem Raubrittertum. 1282 zog Rudolf von Habsburg an die Mosel, um Kuno von Schönberg und andere Raubritter zu strafen. Rudolfs Sohn Albrecht sah sich 1294 durch Auseinandersetzungen mit Graf Adolf von Nassau, der zum Gegenkönig bestimmt worden war, gezwungen, die Burg Coraidelstein zusammen mit der Reichsburg Cochem an Erzbischof Boemund I. von Trier zu verpfänden. Da das Reich sie nicht mehr einlöste, wurde sie kurtrierischer Besitz.
Größere Umbauten und Erweiterungen im 14. und 16. Jahrhundert veränderten das Gesicht von Burg Coraidelstein. In dieser Zeit wechselten oftmals die Besitzer, bis die Burg 1654 schließlich in den Besitz der Grafen von Kesselstatt gelangte, die diese bis zum 19. Jahrhundert bewohnten. Ab 1830 wurde die Anlage weitgehend abgerissen und endete somit als Ruine. Im Jahre 1923 wurde die Ruine an einen Düsseldorfer Industriellen verkauft. Dieser ließ zwei neue Häuser auf dem Gelände errichten.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
ganzjährig, aber nur von außen
Parkmöglichkeiten:
direkt an der Burg
Essen & Trinken:
nein
Übernachtung:
nein
Homepage:
Tipps & Tricks:
!!! Privatbesitz !!!