Wasserschloss Haus Coull
in Straelen
Wasserschloss Haus Coull Haus Coull ist ein ehemaliges Leibgewinnsgut der Abtei Siegburg. Bei seinem Verkauf im Jahre 1406 durch die Eheleute Friedrich van Housen und Lisbeth von Boedberg an Johann van Asselt wurde es erstmals urkundlich erwähnt. Durch den Erwerb des Hauses Coull erhielt Johann van Asselt auch das Schultheißenamt der Abtei, das gleichbedeutend mit einem Richteramt war.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts kam die Anlage mitsamt der dazugehörigen Landtagsfähigkeit an Conrad Emanuel von Baexen.Über die Nachfahren des vorletzten Besitzers, den Notar Johann Wilhelm Thomas Koch, kam Haus Coull schließlich in den Besitz der Familie von Loë, eine der bekanntesten niederrheinischen Adelsfamilien, mit der die Geschichte zahlreicher Herrenhäuser am Niederrhein verbunden ist. Der heutige Eigentümer, Eduard Freiherr von Loë, ließ die seinerzeit völlig verfallene und verwahrloste Anlage in den Jahren 1996 bis 2000 aufwändig sanieren, und nutzt sie nun als privaten Wohnsitz.
Die heutigen Backsteingebäude entstammen weitgehend der Neuzeit. Bestehend aus Kern- und Vorburg, die von einem doppelten Gräftensystem und einem kleinen Park umgeben sind, lässt ihrer Anordnung dennoch den mittelalterlichen Ursprung der Anlage erkennen.
Das zweiflügelige Herrenhaus wurde in mehreren Bauphasen errichtet. Der Südteil seines zweigeschossigen Ostflügels stellt die älteste noch erhaltene Bausubstanz aus dem 17. Jahrhundert dar: ein mehrfach geschweifter Giebel und ein mit Zwiebelhaube versehener Rundturm an der Ostecke. Bauforscher vermuten, dass es sich dabei möglicherweise um den Rest einer größeren, älteren Burganlage handeln könnte. Dieser Südteil wurde noch im 17. Jahrhundert nach Norden hin verlängert und mit einem rückseitigen, achteckigen Anbau versehen. Der Überlieferung zufolge, soll an dessen Stelle einmal die Kapelle gestanden haben.
Im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts wurde der Ostbau durch Flügel im Norden und Süden erweitert.
Im 19. Jahrhundert erfolgte ein Umbau der gesamten Anlage im Tudor-Stil. So wurden der Ost- und Nordflügel mit einer risalitartigen Gliederung sowie Treppengiebeln und Zinnenkranz versehen, und der nördliche Flügel erfuhr eine Aufstockung. Einhergehend mit diesen Arbeiten ließ der damalige Besitzer auch den Park im englischen Landschaftsstil neu anlegen.
Der einstige Südflügel wurde während des Zweiten Weltkriegs zerstört und anschließend nicht wieder aufgebaut.
Bei der Vorburg handelt es sich heute um zwei Wirtschaftsgebäude. Das nördliche davon wurde gemäß der Datumsangabe eines Mauerankers 1798 erbaut. Früher schloss sich ihm in südöstlicher Richtung ein rechtwinkeliger Bau an, der wahrscheinlich während der neugotischen Umgestaltungen im 19. Jahrhundert abgerissen wurde.
Noch bis 1840 gelangten Besucher über eine südlich gelegene Zugbrücke in die Burg. Der Eingang wurde jedoch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Westen verlegt.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
ganzjährig von außen (und nur von weitem!)
Parkmöglichkeiten:
5 bis 10 Gehminuten entfernt, irgendwo im Ort
Essen & Trinken:
nein
Übernachtung:
nein
Homepage:
Tipps & Tricks:
Das Schloss befindet sich in Privatbesitz und liegt sehr gut versteckt hinter Bäumen. Das Betreten des Grundstücks ist untersagt!