Burg Ecaussinnes-Lalaing
in Ecaussinnes-Lalaing
Burg Ecaussinnes-Lalaing Die auf einem Felsen erbaute Burg Ecuassinnes-Lalaing ist zweifellos von allen belgischen Anlagen am besten erhalten. Man kann daher an diesem Herrensitz die bauliche und dekorative Entwicklung an den von den Besitzern vorgenommen Veränderungen erkennen. Ein Teil der Burg ist immer noch bewohnt, der andere Teil beheimatet ein Museum.
Schon im Mittelalter war die Burg Ecaussinnes-Lalaing, die von ihrem Felsen aus eine Furt der Sennette beherrschte, einer der Hauptpunkte eines militärischen Grenzüberwachungssystems der Bischöfe von Lüttich und Cambrai. Simon de Lalaing, Großamtmann des Hennegaus, baute die Burg, von der heute u. a. noch ein Teil des Rundganges und fünf Türme vorhanden sind. Aus seiner 1357 mit Johanna von Ecaussinnes und Roeulx geschlossene Ehe entsprang eine Tochter, die Johann von Croy heiratete, den geheimen Rat am Hofe Burgunds, der die Gebäudeteile aus behauenem Stein ausführen ließ, die heute das Museum beherbergen.
Am Ende des 15. und zu Beginn des 16. Jahrhunderts verlor die Burg ihre wehrhafte Eigenschaft und erfuhr die ersten Umbauten, die zum Wechsel seiner Bestimmung führten: Das Wohngebäude, das den Hof auf der Seite der Gräben abschloss, wurde abgetragen, im Rüstungssaal wurden zur Sennette hin Fenster ausgebrochen, und anstelle der alten Zugbrücke wurde eine Kapelle errichtet.
Da Michael von Croy ohne Nachkommen starb, ging der Besitz auf seinen Neffen über, später wiederum an das Haus von Lalaing, das es bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts sein Eigen nannte, als Margarete von Lalaing, es an den Brugger Bürgermeister Philipp van der Burch abtrat. Über zwei Jahrhunderte bewohnte diese Familie die Anlage und entfaltete dort ein prunkvolles Leben. Aus dieser Zeit stammt der Umbau des Westflügels und der Bau des Innenhofes.
1858 wurde der Besitz an den Herzog von Arenberg verkauft, der ihn nicht bewohnte, so dass die Anlage während der 60 folgenden Jahre verfiel.
Vorübergehend Wohnsitz einer religiösen Gemeinde, wurde sie in eine Schule umgewandelt, bevor es im ersten Weltkrieg zerstört wurde. Eine Firma wollte die Reste abtragen, um dort Arbeiterwohnungen zu bauen, als der Kanonikus Puissant sie der Erbin des Herzogs von Arenberg abkaufte. Puissant ließ erste Teile der Anlage restaurieren und veräußerte sie 1928 an Adrian van der Burch, der die Burg seiner Vorfahren zurückkaufte.
Van der Burch führte die begonnenen Restaurierungsarbeiten weiter fort und gab der Anlage ihr mittelalterliches Aussehen zurück. Dann baute er dort eine Sammlung von Porträts, Familienandenken, Möbeln, Büchern und Manuskripten auf.
1948 wurde der Besitz in eine Stiftung umgewandelt. In einem Teil der Burg wurde ein Museum eingerichtet, während der übrige Teil immer noch vom Eigentümer bewohnt wird.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
01.04. bis 30.06. samstags, sonntags und feiertags 10:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 bis 18:00 Uhr
01.07. bis 31.08. freitags bis donnerstags 10:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 bis 18:00 Uhr
01.09. bis 30.09. samstags, sonntags und feiertags 10:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 bis 18:00 Uhr
Parkmöglichkeiten:
direkt an der Burg
Essen & Trinken:
nein
Übernachtung:
nein
Tipps & Tricks:
In der Burg herrscht Fotografier-Verbot. Führungen sind für Gruppen von mind. 20 Personen bei vorhergehender Reserverung möglich.