Burg Eltz
bei Münstermaifeld
Burg Eltz Die Burg Eltz wurde wie viele Burgen im 9. und 10. Jahrhundert erbaut, zuerst als ein mit Erdwällen geschützter Herrenhof, der später mit Mauern befestigt und als Burg gesichert wurde. Sie wurde auf einem günstig gelegenen Weg erbaut, der eine Verbindung zwischen Mosel, Eifel und dem fruchtbaren Maifeld war. Das Fundament stellt ein 70 Meter hoher Felskopf dar, auf dem die Burg Eltz thront.
Zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert wird der Name Burg Eltz erstmals erwähnt. Sie wurde nicht als Festungsburg erbaut, sondern diente immer nur als befestigte Wohnanlage. Die Burg fiel im Jahre 1157 nach einer Schenkung von Kaiser Friedrich I. Barbarossa in den Besitz von Rudolf von Eltz. Er bewohnte die damals kleine Burganlage. Aus dieser Zeit stammt heute der noch erhaltene spätromanische Bergfried Platt-Eltz und Reste des romanischen Wohnhauses im Kempenicher Haus. Noch vor dem Jahre 1268 kam es aufgrund von Familienstreitigkeiten zu einer Stammes- und Burgteilung und der dazugehörigen Güter.
In den Jahren 1331 bis 1336, auch die Eltzer Fehde genannt, kam es zu Ausschreitungen, als sich die Eltzer Herren zusammen mit anderen freien Reichsrittern der Territorialpolitik des Erzbischof von Trier Balduin von Luxemburg (* 1285, Kurfürst 7. Dezember 1307, † 21. Januar 1354) widersetzten.
Im 15. Jahrhundert fanden nochmals Bautätigkeiten statt, bei der die Burg um das Rübenacher Haus unter Lancelot und Wilhelm vom Silbernen Löwen erweitert wurde.
Die Bewohner der Burg Eltz waren schon früh durch Ausübung wichtiger Ämter bekannt. Der im Jahre 1510 geborene Jakob zu Eltz war einer der bedeutendsten Kurfürsten des Erzbistums Trier. Er wurde 1525 Domherr von Trier und im Jahre 1547 Domdekan. Auch das Amt des Rektors an der Universität Trier hatte er ab 1564 und 1567 wurde er in Koblenz vom Domkapitel zum Kurfürsten gewählt.
Erst durch einen Nachfahren, Hans Jakob zu Eltz und seiner Ehefrau Anna Elisabeth von Metzenhausen wurden die Bauarbeiten der Burg Eltz zu Ende gebracht. Auch Hans Jakob zu Eltz machte zu Lebzeiten Karriere, nachdem er im Jahre 1624 von seinem Kurfürsten mit dem Amt des Erbmarschalls belehnt wurde. Dadurch hatte er Oberbefehl im Krieg und die Führung der Ritterschaft Trier.
Den größten Einfluß im Kurstaat Mainz unter dem Kurfürsten erreichten die Eltzer schließlich durch den im Jahre 1665 geborenen Philipp Karl. Er trat 1686 in das deutsch-ungarische Kolleg in Rom ein und vertrat als Domkantor von Mainz und Archidiakon von Trier im Jahr 1719 die kaiserlichen Interessen. Gleichzeitig war er Domherr in Mainz und Trier.
Er wurde nach dem Tode des Mainzer Kurfürsten zu dessen Nachfolger gewählt. Damit war Philipp Karl geistlicher Führer und mächtigster Kirchenfürst nördlich der Alpen.
Als Primus der deutschen Kirche ließ sich sein Rang mit dem des Papstes vergleichen. Als Reichserzkanzler leitete er später den Reichstag in Regensburg und fungierte dort als ranghöchster Reichsfürst, direkt nach dem Kaiser. Fast während seiner gesamten Regierungszeit vertrat er die Interessen Karl VI. aus dem Hause Habsburg.
Er bildete mit den Kurstaaten Hannover und Trier eine Partei gegen Bayern. Doch 1742 kam es zum Bruch mit dem Hause Habsburg. Ursache hierfür war die Kaiserwahl, bei der Philipp Karl – nicht zuletzt aufgrund des massiven Drucks Bayerns und Frankreichs – gezwungen war, sich für den Wittelsbacher Karl Albrecht, den späteren Karl VII., zu entscheiden. Dies wurde ihm von den Habsburgern als Verrat ausgelegt. Philipp Karl litt bis zu seinem Tod 1743 unter dieser Entscheidung.
Die Erhaltung der Burg in der Zeit des Pfälzischen Erbfolgekrieges 1688 bis 1689, in der viele rheinische Burgen zerstört wurden, hatte sie Hans Anton zu Eltz-Üttingen zu verdanken. Als hoher Offizier im französischen Heer gelang es ihm, die Burg Eltz vor Zerstörungen zu bewahren.
Den Reichsgrafentitel erhielt das Geschlecht Eltz vom Goldenen Löwen schließlich aufgrund ihrer Verdienste in den Reformationswirren und den Türkenkriegen. Der Titel wurde von Kaiser Karl VI. in Wien im Jahre 1733 verliehen. Außerdem erhielten sie viele Privilegien, unter anderem im Namen des Kaisers zu adeln, uneheliche Kinder zu legitimieren, bürgerliche Wappen mit Schild und Helmzier zu erteilen, Leibeigene zu entlassen.
Im 19. Jahrhundert wurde unter Graf Karl zu Eltz die Restaurierung der Burg durchgeführt. Die Arbeiten erstreckten sich über einen Zeitraum von über 40 Jahren und verursachten Kosten von fast 200.000 Mark, einer heutigen Kaufkraft von rund 15 Mio. DM entsprechend. Die bereits vorhandene Architektur wurde bei dieser Restaurierung berücksichtigt und nicht verändert.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
01.04. bis 01.11. täglich 9:30 bis 17:30 (letzter Einlass)
Führungen alle 10 bis 15 Minuten gegen eine Gebühr von 6,00 EUR für Erwachsene und 4,50 EUR für Schüler/Studenten
Parkmöglichkeiten:
gegen Gebühr etwa 10 Gehminuten von der Burg entfernt
Essen & Trinken:
zwei Restaurants
Übernachtung:
nein
Tipps & Tricks:
Das Fotografieren ist in der Burg nicht erlaubt.
Die Burgführer sind sehr kompetent und können auch 'alten Hasen' noch einige Neuigkeiten in Sachen Burgengeschichte präsentieren.
Der Rückweg von der Burg zum Parkplatz ist äußerst mühselig, denn es geht permanent recht steil bergauf. Wir empfehlen deshalb das Shuttle-Taxi, daß müde Burgbesucher gegen eine Gebühr von 2,00 EUR pro Person wieder zu ihrem Auto bringt.