Burg Frankenberg
in Aachen
Burg Frankenberg Lange hielt sich die Meinung, Karl der Große hätte die Burg Frankenberg erbauen lassen. Nach eingehenden Untersuchungen wurde jedoch festgestellt, daß die Anlage aus dem 13. Jahrhundert stammt, als Kaiser Karl schon über 400 Jahre tot war. Arnold I. von Frankenberg, einer der Burtscheider Vögte, soll sie erbaut haben. Sie war eine sogenannte "Franke", eine freie und unabhängige Burg, die 1346 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde und, so kann man auch heute noch erkennen, auf einem kleinen Felshügel angelegt war. Wohnhaus und Vorburg waren zum Schutz von breiten Wassergräben eingefasst; trotzdem gelang es den Herren von Schönforst, verwegenen Raubrittern, kurz vor Weihnachten 1391, den Besitz zu erobern.
Merhfach war die Burg Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen. Die hier ansässigen Mitglieder eines bedeutenden Adelsgeschlechts nannten sich von Merode-Frankenberg, nicht nur einmal waren sie in kriegerische Auseinandersetzungen mit der Stadt Aachen verwickelt. Mit Adam III., der bei der Belagerung Maastrichts durch die spanischen Truppen ums Leben kam, und seiner noch minderjährigen Schwester, die ein Opfer der Pest wurde, starb der Zweig Merode-Frankenberg aus. Neuer Lehnsherr wurde ihr Onkel. Die Familie von Merode-Houffalize zu Kalkofen behielten den Besitz bis zum frühen 19. Jahrhundert. Zwischen 1637 und 1645 wurde die stark zerfallene Anlage erneuert. Es entstand das mächtige, zweigeschossige Wohnhaus aus Bruchstein mit Eckquadern und hausteingefassten Fenstern.
Seit der Franzosenzeit gab es keine Lehen mehr. Die letzte Besitzerin, Regina Freifrau von Merode-Houffalize zu Frenz, verkaufte die Anlage 1825 an den Landrat Friedrich Josef Antonius von Coels. Er beauftragte den Baumeister Johann Peter Cremer mit der Sanierung Modernisierung. Zwischen 1834 und 1838 wurde manches angebaut, die Türme bekamen neue Obergeschosse und natürlich einen malerischen Zinnenkranz. Der teils offene Burghof wurde durch eine mächtige Mauer mit Wehrgang eingefasst. Leider wird die Vorburg bei diesen Baumaßnahmen 1872 abgerissen.
1872 verkauften die von Coels Burg sowie Wiesen und Weiden an die Baugesellschaft Frankenberg, die das Gelände parzellierte und Straßen anlegte. So entstand zwischen Gründerzeit und Jugendstil ein nobles Stadtviertel.
Ende des 19. Jahrhunderts diente die Burganlage als Wohnhaus, und ein Gartenrestaurant war hier untergebracht. Um die Jahrhundertwende hatte der bekannte Flugzeugkonstrukteur Prof. Hugo Junkers hier seine Werkstätten und seine Wohnung. Nach den Zerstörungen des 2. Weltkriegs war hier das Aachener Arbeitsamt untergebracht. Die Einrichtung zum Museum begann 1961, und 1971 wurde die alte Burg nochmals instandgesetzt.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
Sonntags 11.00 - 14.00 Uhr
Eintritt: 1,00 EUR, erm. 0,50 EUR
Führung: Sonntags 11.00 Uhr
Parkmöglichkeiten:
direkt an der Burg
Essen & Trinken:
nein
Übernachtung:
nein
Homepage:
Tipps & Tricks:
Die Burg beheimatet ein Museum.
Der Innenhof ist im Allgemeinen nicht zugänglich. Ausnahme bildet ein Besuch der dort regelmäßig stattfindenden Theaterauffüh- rungen.