Wasserschloss Frens
in Bergheim
Wasserschloss Frens Das Wasserschloss Frens liegt an einem Waldstück südlich des Bergheimer Stadtteils Quadrath-Ichendorf. Ein System von Wassergräben umzieht die gesamte Anlage, die aus einer vorgelagerten, weiträumigen Vorburg und einem Herrenhaus mit eigenem Wasserring besteht.
Als Stammsitz eines Geschlechts von Frens wird das "Castrum Vrenze"schon 1263 genannt. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts muss diese Familie wohl ausgestorben sein, denn die Burg kam in den Besitz der Grafen von Virneburg. 1347 verkaufte Ruprecht von Virneburg das Haus an Rutger von Raitz, dessen Familie sich nach dem Erwerb der Burg fortan nach ihrem Besitz Raitz von Frentz nannte. Nahezu 400 Jahre blieb die Burg im Besitz dieser Familie.
Während des 14. und 15. Jahrhunderts war die Hauptburg wohl eine zweiflügelige Winkelanlage, deren Hof von Wehrmauern abgeschlossen wurde. Nach der Heirat Henricas von Willich mit Adolf Raitz von Frentz 1560 erweiterte dieser die Burg zu einer Rechteckanlage um einen Innenhof und schloss an der Eingangsfront den nördlichen Flügel mit einem Renaissancegiebel ab. Seine Erben setzten die Umbaumaßnahmen fort und fügten nacheinander den westlichen und den mittleren Ziergiebel hinzu. Das Schloss erhielt so ein Aussehen im Stil der niederländischen Renaissance, das noch heute den Gesamteindruck bestimmt. Um die Schaufassade symmetrisch zu gliedern, wurde dem schmaleren Südflügel eine breitere, teilweise frei im Graben stehende Fassade vorgesetzt. Nach 1690 fügte schließlich Franz Karl Raitz von Frentz die starken Ecktürme hinzu und brachte damit die bauliche Entwicklung der Burg zu einer geschlossenen, symmetrischen Anlage zum Abschluss.
Durch Heirat der Maria Anna Ludowica Raitz von Frentz mit dem Freiherrn Dominicus Beissel von Gymnich im Jahr 1772 gelangte das Schloss an die Familie des Ehemannes. Unter dem Grafen Franz Hugo Beissel von Gymnich erfolgten dann 1838 bis 1850 umfassende bauliche Veränderungen. Die Innenräume wurden neu ausgestattet und die Vorburg vollkommen neu errichtet. Damit erhielt Schloss Frens sein heutiges Aussehen.
Das Schloss ist ein zweistöckiger verputzter Backsteinbau, der zur Schaufront hin auf einem unmittelbar aus dem Wassergraben ragenden Hausteinsockel ruht, während an der rückwärtigen Fassade noch der Inselcharakter erkennbar ist. Der Giebel über dem Mittelrisalit trägt das Allianzwappen der von Beissel und von Fürstenberg. Die seitlich vortretenden Ecktürme sind von Welschen Hauben mit offenen Laternen bekrönt. Im Kontrast dazu steht die Rückseite des Schlosses, die vergleichsweise schlicht gehalten ist.
Eine breite Bogenbrücke verbindet die Hauptburg mit der Vorburginsel. Letztere besitzt eine im 19. Jahrhundert angelegte Rasenfläche in ihrer Mitte, die von einem klassizistischen Gitter umrahmt wird, das die Lage der ehemaligen inneren Vorburg nachzeichnet.
Die äußere noch erhaltene Vorburg ist eine großzügige Hufeisenanlage mit zweigeschossigen Wohn- und Wirtschaftsbauten, die heute als Wohneinheiten genutzt werden. Ihr rundbogiges Portal stammt ursprünglich aus der inneren Vorburg und zeigt das Allianzwappen der Familien Frentz und Brabeck.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
ganzjährig nur von außen und gaaaaanz weitem
Parkmöglichkeiten:
etwa 5 Gehminuten entfernt im Wald
Essen & Trinken:
nein
Übernachtung:
nein
Homepage:
Tipps & Tricks:
Das Schloss befindet sich Privatbesitz. Das gesamte Areal kann unter normalen Umständen auch von außen nicht besichtigt werden, da die relativ lange Zufahrtsstraße ein Privatweg ist und entsprechend nur Bewohner sie benutzen dürfen.