Burg Gnandstein
in Gnandstein
Burg Gnandstein Die Burg Gnandstein ist sicherlich eine der ältesten und besterhaltensten Burgen ganz Sachsens. Das Alter ist den Ereignissen des Hochmittelalters geschuldet, der gute und vor allem originale Zustand aber, den Besitzern der Burg, die über ein halbes Jahrtausend durch das Geschlecht derer von Einsiedel repräsentiert wurden.
Wie so viele Burgen zwischen Saale und Elbe ist auch Burg Gnandstein eine Sicherungsanlage aus der Zeit der Ostexpansion. Nicht so sehr den gleichnamigen Ort Gnandstein galt es in erster Linie zu schützen, sondern die in unmittelbarer Nähe befindlichen großen Handelsstrassen wie die Via imprii, die Reichsstrasse, den Peter und Paulsweg, der von Niedersachsen kommend bis nach Böhmen führte und in unmittelbarer Nähe der Burg auf die Erzgebirgsstrasse, die nach Leipzig führte, traf.
Den Namen Gnandstein erhielt die Burg wahrscheinlich nicht vom ersten Besitzer, sondern von einem Manne, namens Gnanno, der im Auftrage des Königs für den Landausbau der neuen "Ostgebiete", also den von den Slawen vom Stamme der Sorben bewohnten Gebiete, zu sorgen hatte. Das Anlegen von Burgen gehörte zu diesem Landausbau, ja es war eines der wichtigsten Elemente der Inbesitznahme der neugewonnenen Gebiete. In Nachbarschaft zur Burg Gnandstein entstanden so die Burgen von Frohburg, Borna oder Kohren.
Als erster urkundlich erwähnter Besitzer der Burg Gnandstein wird 1205 ein Ministerial aus der Umgebung von Weißenfels genannt. Sein Name lautete eigentlich Heinrich Schladebach, doch schon bald nennt er sich Henricus de Gnannenstein, also Heinrich von Gnandstein.
Die ständigen kriegerischen Auseinandersetzungen in Italien, besonders zur Stauferzeit, brachten es mit sich, dass sich die jeweiligen Herrscher oft nicht in deutschen Landen, sondern in Italien aufhielten (Barbarossa). Diese Abwesenheit nutzten die Territorialfürsten reichlich aus, um ihre Macht zu vergrößern. So blieb es nicht aus, dass es bald zwischen König und den Territorialfürsten auch zum bewaffneten Kampf kam. Burg und Ort Gnandstein gehörten damals zur Markgrafschaft Meißen und die Brüder Friedrich der Freidige und sein Bruder Diezmann aus dem Geschlecht der Wettiner waren die Markgrafen. Im Jahre 1307 kam es zur geschichtsträchtigen Schlacht bei Lucka zwischen den damals regierenden König Albrecht I. (Die Kaiser und Könige der Deutschen) und den Markgrafenbrüdern. Der König musste eine herbe Niederlage einstecken und das Pleißenland wurde für immer wettinisch. Schon 20 Jahre nach der Schlacht wurde der Burggraf von Leisnig mit der Burg Gnandstein belehnt (Lehnswesen) und knapp 100 Jahre später erhält der erste aus dem alten sächsischen Adelsgeschlecht derer von Einsiedel die Burg Gnandstein. 1409 verlegen die Einsiedels ihren Stammsitz vom Rittergut Prießnitz nach der Burg Gnandstein und dort blieb die Familie in ununterbrochener Generationenfolge bis 1939. Finanzprobleme nötigten den letzten männlichen Vertreter der Familie Einsiedel, Hans von Einsiedel, die Burg an seine Tochter, Sybilla, Freifrau von Friesen, zu verkaufen. Nach dem Ende des II. Weltkrieges wurde die Burg und das dazugehörige Rittergut im Zuge der Bodenreform, wie alle anderen Herrensitze auch, enteignet.

(Quelle: www.sachskulthuer.de)

 
Fakten



Öffnungszeiten:
Februar bis April und November: Dienstags bis Sonntags 10:00 bis 17:00 Uhr
Mai bis Oktober: Dienstags bis Sonntags 10:00 bis 18:00 Uhr
Dezember und Januar: Dienstags bis Sonntags 10:00 bis 16:00 Uhr
Museumseintritt für Erwachsene 2,30 EUR, ermäßigt 1,30 EUR
Eintritt in das Brunnenhaus mit Kellergewölbe: 0,50 EUR
Parkmöglichkeiten:
unterhalb der Burg, etwa zwei Steigminuten entfernt
Essen & Trinken:
In der Burg befindet sich ein Restaurant-Café
Übernachtung:
Burghotel "Burg Gnandstein"
Tipps & Tricks:
In der Burg befindet sich ein Museum zur Burggeschichte.
Im Restaurant können auch Ritteressen gebucht werden.
Das Brunnenhaus hat täglich von 10.00 bis 17.30 Uhr geöffnet.