Burg Klopp
in Bingen
Burg Klopp Forscher vermuten, daß der Kloppberg bereits zur Keltenzeit einen fliehburgartigen Zufluchtsbau getragen hat. Die römische Besatzung errichtete hier zur Zeit des Feldherrn Drusus um 11 bis 9 vor Chr. einen Wachturm. Auch in der Zeit um 370 hat der Kloppberg auf Kaiser Valentinians I. Initiative eine starke Burg erhalten. Der Römerbrunnen im Burghof wird ebenfalls bereits um diese Zeit entstanden sein.
Die Völkerwanderungszeit nach fünf Jahrhunderten römischer Herrschaft legte Bingen fast hundert Jahre lang in Trümmer. In den nachfolgenden vierhundert Jahren war Bingen reichsunmittelbare Stadt, die zu Wohlstand kam. Zu dieser Zeit etwa hatte der Kloppberg erneut eine ansehnliche Burg erhalten. Zumindest muß sie schon bestanden haben, da überliefert ist, daß Kaiser Heinrich IV. einst für eine Nacht darin gefangengehalten wurde.
Die Burg wurde Kurmainzer Besitz, als 968 Kaiser Otto I. in einem großen Territorialtausch den Rheingau an die Mainzer Erzbischöfe übergab. Als 1165 Kaiser Friedrich I. Barbarossa in seinem Streit mit Papst Alexander III. den Rheingau verwüsten ließ, wurde Bingen und seine Burg schwer beschädigt. 1282 wurde der Name 'Burg Klopp' erstmals urkundlich genannt. Noch mehr Schaden entstand 1301im Krieg zwischen König Albrecht und Erzbischof Gerhard von Mainz. Damals wurde die Burg eingeäschert. Einige Jahre später jedoch wieder aufgebaut.
Im 15. Jh. ging sie in die Hände des Mainzer Domkapitels über.
Während des dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt und die Burg erneut verwüstet. 1689 wurde die Stadt in Brand gelegt und die Burg gesprengt. Aus Sicherheitsgründen wurde die Burg dann 1713 von den Mainzer Behörden vollständig niedergelegt. Anderthalb Jahrhunderte blieb das Bauwerk nunmehr als Ruine eine Attraktion für Touristen.
Erst Mitte des vorigen Jahrhunderts begann der vermögende Kaufmann Ludwig Cron aus Köln einen großzügigen Wiederaufbau. Zunächst wurde der Burgturm und die Vorwerke neu errichtet. Von 1875 bis 1879 folgte das Burggebäude im rheinischen Burgstil, nachdem der Schwiegersohn von Ludwig Cron, Max Allert, die Burg übernommen hatte.
Unter dem Bürgermeister Franz Neff ging die Burg Klopp in den Besitz der Stadt Bingen über. Seitdem ist hier der Sitz der Stadtverwaltung untergebracht.
Leider wurde die Burg Klopp auch während des 2. Weltkrieges nicht verschont. Nur durch den fleißigen Aufbauwillen der Bevölkerung in den Nachfolgejahren wurden die Schäden wieder ausgeglichen. Noch im Jahr 1981 wurde ein gewaltiges Mauerstück im Burggraben neu aufgerichtet.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
ganzjährig nur von außen,
Museum: 01.04. bis 30.11. täglich (außer montags) 9:00 bis 12:00 Uhr und 14:00 bis 17:00 Uhr
Parkmöglichkeiten:
direkt an der Burg
Essen & Trinken:
Burgrestaurant
Übernachtung:
nein
Homepage:
Tipps & Tricks: