Burg Kniphausen
in Kniphausen
Burg Kniphausen An der Stelle, wo heute noch der Marstall der Burg Kniphausen steht, stand einst ein bäuerlicher Hof. Dieser wurde Knipens oder auch Kripens genannt und entsprach dem üblichen Ausbau von Einzelhöfen an verkehrsgünstiger Stelle. 1420 kam der Hof in den Besitz des aus Butjadingen vertriebenen Häuptlings Lübbe Onneken, der 18 Jahre später die Burg erbaute. Ab etwa 1600 wurde diese Kniphausen genannt.
Zum Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Burg zum Inhalt eines Streits zwischen den Herrschaften zu Jever (bzw. deren Rechtsnachfolger Grafschaft Oldenburg) und der Grafschaft Ostfriesland. Während dieses Streits wurde 1514 die Burg erobert und zerstört. Doch dies erfüllte nicht die Hoffnung des jeverschen Häuptlings, in diesem Herrschaftsbereich die Vorherrschaft zu erlangen. Drei Jahre später wurde die Burg wieder aufgebaut.
Graf Anton Günther, Großherzog von Oldenburg, erwarb im 17. Jahrhundert die Burg Kniphausen zusammen mit den Kirchspielen Accum, Fedderwarden und Sengwarden. 1633 bildete er hieraus - gemeinsam mit dem Amt Varel - die Herrschaft Varel-Kniphausen. Etwa 24 Jahre später erhielt Kniphausen das Münzrecht, doch erst 1806 wurde es ausgeübt.
Die noch heute stehenden Gebäude sind die Reste der Burg, die ein Feuer von 1708 verschonte. Der Rest der Burg fiel diesen Flammen zum Opfer und wurde nicht wieder aufgebaut. Stattdessen wurde der Marstall zu einer gräflichen Wohnung mit Verwaltungsräumen umgebaut. Etwa 49 Jahre nach dem Feuer fiel die Herrschaft Varel-Kniphausen an den holländischen Reichsgrafen Wilhelm von Bentinck, dessen Rechte aber eingeschränkt waren. Die Oberhoheit behielt Oldenburg. Die Dynastie Aldenburg-Bentinck residierte in Varel, und die Burg Kniphausen verlor an Bedeutung. Die Herrschaften nannten sich inzwischen Herren von In- und Kniphausen, die 1900 in den Fürstenstand erhoben wurden.
Die Herrschaft Kniphausen war einer der kleinsten Zwergstaaten Deutschlands. Napoleon hatte sie bei der Besetzung der Nordseeküste 1806 übersehen. Da Kniphausen als neutraler Ort galt, verkaufte der Landesherr Graf Wilhelm von Bentinck fremden Schiffseignern das Recht, ihre Schiffe unter der Flagge Kniphausens fahren zu lassen, um von den Franzosen nicht belästigt zu werden.
Auch die Eingliederung der friesischen Küstengebiete in das Königreich Holland (1808) stoppte den Handel mit geschmuggelten Kolonialwaren aus England nicht. Napoleon gab später zu, den "Fliegenschiss" auf der Karte übersehen zu haben.
1815 versuchte der aus französischer Gefangenschaft zurückgekehrte Graf Wilhelm Gustav Friedrich Bentinck mit holländischen Söldnern gewaltsam sein Erbe zurückzuerlangen. Der jahrelange Streit endete damit, dass das Großherzogtum Oldenburg dem Grafen die Erbrechte abkaufte. 1864 wurden diese aber wieder verkauft: Graf Edzard von Knyphausen erwarb die Burg seiner Ahnen mit den zugehörigen Ländereien.
In der Zeit von 1977 bis 1989 gehörte die Burganlage dem Verein zur Erhaltung der Burg Kniphausen e.V. Von diesem Verein kaufte ein Privatmann die Anlage, um sie nach einer Renovierung seiner Tochter zu schenken.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
ganzjährig nur von außen
Parkmöglichkeiten:
direkt an der Burg
Essen & Trinken:
Burgschenke
Übernachtung:
Burghotel (1 Appartement)
Homepage:
Tipps & Tricks:
Im Ahnensaal der Burg Kniphausen kann geheiratet werden.