Schloss Krickenbeck
in Nettetal
Schloss Krickenbeck Das Schloss Krickenbeck ist die Nachfolgeanlage einer Burganlage, die etwa zwei Kilometer südlich vom Ort an der Nette stand und "alde Borch" oder "Alt-Krickenbeck" genannt wurde. Erster urkundlich erwähnter Besitzer dieses Vorgängers war 1104 Heinrich Graf von Krickenbeck, dessen geschlecht allerdings um die Mitte oder gegen Ende des 12. Jahrhunderts erlischt. Als Adolf I. von der Mark Krickenbeck 1243 an seinen Schwager Otto von geldern verkaufte, war die Alte Burg anscheinend schon nicht mehr in Benutzung, denn schon bald darauf errichteten die Grafen von Geldern am heutigen Standort eine neue Burg.
Seine Glanzzeit erlebte das Schloss nach zahlreichen Besitzerwechseln ab 1623 unter dem Reichsgrafen Johann Friedrich II. von Schaesberg, der Statthalter am Düsseldorfer Hof Jan Wellems war. Er ließ die veraltete Burganlage von 1708 bis 1721 durch den venezianischen Baumeister Simon del Sarto in ein barockes Herrenhaus umbauen. Weitere Veränderungen folgten in den Jahren von 1856 bis 1860, als das Gebäude durch Rudolf von Schaesberg und seiner Frau Mathilde von Waldburg-Zeil-Trauchburg nach den Plänen des Kölner Diözesanbaumeisters Vincenz Statz im neugotischen Stil umgestaltet wurde. Nachdem ein Brand das Herrenhaus am 7. September 1902 zerstört hatte, beauftragte Wilhelm Heinrich von Schaesberg den Hannoveraner Architekten Hermann Schaedtler damit, eine dreiflügelige Anlage im Stil der Neorenaissance zu errichten. Die Arbeiten dazu fanden von 1903 bis 1904 statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Schloss bis 1969 als Altersheim, dann stand es geraume Zeit leer. 1987 kaufte die WestLB die Anlage und richtete dort ab 1989 eine Fortbildungsstätte ein. Dazu mussten umfassende Rekonstruktions- und Restaurierungsarbeiten am fast zur Ruine verfallenen Schloss vorgenommen werden, das nur an speziellen Terminen oder im Rahmen von seltenen Führungen besichtigt werden kann.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
ganzjährig nur von außen und weitem
Parkmöglichkeiten:
etwa 15 Gehminuten entfernt
Essen & Trinken:
nein
Übernachtung:
nein
Tipps & Tricks:
Das Schloss ist Bildungsstätte der WestLB und weiträumig durch einen Zaun abgesprerrt. Auf das Schlossgelände kommt man nur als Fortbildungsteilnehmer oder als Teilnehmer seltener Führungen, zu denen eine vorherige Anmeldung nötig ist.