Wasserburg Kühlseggen
in Weilerswist
Wasserburg Kühlseggen Die 1312 urkundlich erstmals erwähnte Burg wurde von dem Kölner Ministerialen "Gobelin von Cudilsheggin" errichtet, der sich nach seinem Wohnsitz nannte. Einer seiner Nachfolger war Arnold von Umbescheiden, der 1351 auch "von Cudelzecgen" genannt wurde.
Im Jahr 1368 wiederum ist es Walfraff von Scheiffart von Merode, der als Besitzer der zu jener Zeit wohl schon befestigten Burg genannt wird. Die Scheiffart von Merode besaßen Kühlseggen bis zu Beginn des 16. Jahrhunderta und bauten es zu einem landtagsfähigen Rittersitz aus. Dann ging die Anlage durch heirat an Goswin Brent von Vernich.
Zuvor jedoch waren bereits Erbstreitigkeiten um die Rechte an der Burg ausgebrochen. Diese wurde 1613 durch das Reichskammergericht in Speyer vollständig der Familie Raitz von Frentz zugesprochen. Deren Mitglieder verkauften den mittlerweile verfallenen und durch Kriege stark beschädigten Besitz im Anschluss an den Kölner Bürgermeister Johann Monumet (genannt von Bolandt).
Es folgten weitere Besitzerwechsel, ehe die Kölner Jesuiten sie 1746 erwarben und die Gebäude renovierten. Als der Jesuitenorden 1773 aufgehoben wurde, fiel dessen Besitz - und somit auch Kühlseggen - an das Erzstift Köln, das die Burg wenige Jahre später an die 1777 gegründete Bonner Universität überschrieb.
1781 wurden die Gebäude mit 500 Hektar umliegenden Land versteigert und gelangten so an den Freiherren Heeremann von Zydtwyck. Dessen Tochter Josepha heiratete 1863 Clemens Wenzelslaus Freiherr von Eltz-Rübenach und brachte die Burg mit in die Ehe. Noch heute ist sie im Besitz dieser Familie.
Bis 1962 war die Wasserburg nicht bewohnt, und ihre Gebäude verfielen zusehends. Dann wurden diese umfassend renoviert und wieder aufgebaut, um sie als privaten Wohnsitz zu nutzen.
Die privat bewohnten Gebäude, zu denen eine landwirtschaftlich genutzte Vorburg gehört, stammen im wesentlichen aus dem 16./17. Jahrhundert.
Bis weit in das 19. Jahrhundert standen die Gebäude der Burganlage auf zwei Inseln: einer hoch aufgeschütteten mit dem Herrenhaus und einer zweiten Insel, auf der die Vorburg stand. Das Aussehen der ersten Burganlage ist heutzutage nicht mehr nachvollziehbar, Historiker vermuten aber, dass es sich dabei möglicherweise um eine Motte mit Wohnturm auf der Hauptinsel gehandelt haben könnte. Nicht geklärt ist auch, ob die Mauern des leicht geböschten Unterbaus der Burg Kühlseggen unter Arnold von Umbescheiden errichtet wurden, oder ob sie aus früheren Zeiten stammen.
Die Scheiffart von Merode nahmen während ihrer Zeit diverse Erweiterungen und Umbauten vor. Reste "ihrer Burg" sind heute noch in den Mauern des Herrenhauses vorhanden.
Als die Burg 1616 in den Besitz von Johann Monumet überging, ließ dieser die vorhandenen Gebäude grundlegend erneuen. So wurden neuen Balkendecken eingezogen, deren Fertigstellungstermin im Jahr 1617 durch die Maueranker am Wohnhaus dokumentiert ist. Außerdem erhielt das Hauptgebäude neue Kreuzstockfenster. Auch das Rundbogentor der Vorburg und die beiden Torpfeiler an der Hauptburg wurden während dieser Zeit errichtet. Letztere zeugen durch die noch vorhandenen Vorrichtungen davon, dass die beiden Inseln Kühlseggens durch eine Zugbrücke miteinander verbunden waren.
Die mehrfachen Besitzerwechsel in den nachfolgenden 130 Jahren waren der Bausubstanz jedoch nicht zuträglich. Als die Jesuiten die Burganlage im Jahr 1746 übernahmen, waren die Gebäude erneut stark heruntergekommen. Der Orden ließ daraufhin sämtliche baufälligen Teile abreißen. Neben einigen wenigen Außenmauern blieben lediglich das älteste aus dem Mittelalter stammende Wohnhaus und dessen angeschlossener Eckturm erhalten. Ein kleiner Anbau am Nordflügel wurde zu einer historisierend gotischen Kapelle umgebaut.
Herremann von Zydtwyck ließ ab 1781 die marode Vorburg renovieren und erweitern. Im 19. Jahrhundert wurden deren Wassergräben zugeschüttet, da sie ihre Wehrfunktion verloren hatten. Somit war nur noch die Hauptburg auf einer Insel gelegen.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren einige Teile der Hauptburg bereits wieder derart stark in Mitleidenschaft genommen, dass ein Treppengiebel und das Gewölbe der Kapelle einstürzten. Mit Unterstützung des Provinzialkonservators wurden diese jedoch wieder hergestellt.
Burg Kühlseggen sah erst ab 1962 wieder besseren Zeiten entgegen. Max Freiherr von Eltz-Rübenach erneuerte die ganze Anlage grundlegend, wobei die Dachstühle und der bis zu diesem Zeitpunkt vorhandene Innenausbau fast vollständig ersetzt werden mussten und deshalb nicht mehr im Originalzustand erhalten sind.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
ganzjährig nur von außen
Parkmöglichkeiten:
direkt an der Burg
Essen & Trinken:
nein
Übernachtung:
nein
Homepage:
Tipps & Tricks:
Die Burg ist in Privatbesitz. Es ist jedoch erlaubt, über einen Gehweg die Burg zu umrunden.
Jeweils am ersten Sonntag im September findet in der Hofanlage ein Burgfest statt.