Kyllburg
in Kyllburg
Kyllburg Man darf vermuten, dass der Kyllberg schon in vorgeschichtlicher und vorrömischer Zeit ein befestigter Platz, eine sogenannte Wallburg oder Fliehburg gewesen ist. Eine Feste war der Kyllberg jedenfalls seit Jahrhunderten schon, als im Jahre 1239 Erzbischof Theoderich von Trier, um sein Gebiet gegen die Nordgrenze des Erzbistums und gegen die Dynasten von Malberg zu schützen, als Eckpfeiler und Grenzfeste Kurtriers eine größere Burg, die eigentliche Kyllburg, erbauen ließ, die im Jahre 1256 einschließlich der anliegenden Häuser mit einer festen Mauer umgeben wurde. Ende des 15. Jahrhunderts ließ Erzbischof Johann II. neue Bauten aufführen und Erzbischof Lothar zu Anfang des 17. Jahrhunderts das Wohnhaus neu errichten.
Die nur zum Teil erhalten gebliebene Burganlage läßt aber noch heute den alten Zustand dieser ehemaligen erzbischöflichen Burg erkennen. Von der Burg aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts ist der 1910 instandgesetzte und zugänglich gemachte interessante und wertvolle hohe Turm erhalten.
Im Zuge der Ringmauer gelegen, hatte der Burgfried die Straße zu sichern. Er ist fünfgeschossig und 30 m hoch, besitzt heute einen bequemen Treppenaufgang und bietet vom neuen Dachgeschoß aus eine herrliche Aussicht über den Ort und das Kylltal. Dank seiner massiven Bauweise konnte er die Jahrhunderte überstehen. Seine Mauern sind im Fundament 3 m, im unteren Drittel etwa 2,50 m dick und verjüngen sich in ihren Maßen nach oben. Oben im Turm hielt der Wächter Ausschau und meldete ankommende Freunde und Feinde. Zu seiner besonderen Aufgabe gehörte die Überwachung der benachbarten Burg Malberg, deren Ritter zu Brandschatzungen und blutigen Überfällen neigten. Der Turm war ehemals höher als heute und soll nach mündlicher Überlieferung im Jahre 1769 um etwa 10 Meter abgetragen worden sein Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass er seiner Zeit um dieses Maß höher war, weil sein Zweck, einen Ausblick über den ihm nordwestlich vorgelagerten Bergrücken – den Taubenberg – hinweg zu haben, sonst nicht erreicht worden wäre. Der untere Zugang zum Turm war ursprünglich nicht vorhanden; er ist nach Aufzeichnungen erst 1780 ausgebrochen worden. Bis dahin lag der Eingang nicht ebener Erde, sondern im 2. Geschoß auf der Hofseite. Damals galt der untere Raum des Turmes als Burgverließ, er war durch ein Tonnengewölbe abgedeckt, das mit einem Einsteigloch versehen war, durch das man die Gefangenen von oben herab mit einem Seil hinunterließ.
Als der Trierische Erzbischof Theoderich II., Graf von Wied, im Jahre 1239 die Burg erbaute, bestellte er den Grafen Heinrich von Luxemburg und dessen Nachfolger zu Burgmännern mit der Verpflichtung, einen Ritter zur persönlichen Residenz in der Burg und zu ihrer jederzeitigen Verteidigung zu stellen. Noch im 14. Jahrhundert wird König Johann von Böhmen, Graf von Luxemburg, unter den Burgmännern von Kyllburg neben Johann von Erdorf und den von Dreymühlen genannt. Zur Aufbringung der Kosten des Burgbaues verkaufte Erzbischof Theoderich 1240 die durch den Tod der Agnes von Malberg heimgefallenen Lehen zu Roßporten unter Zustimmung seines Trierer Domkapitels für 200 Pfund an das Kloster St. Thomas zu Kyllburg.
Veranlassung zur Beschleunigung des Baues der neuen größeren Burg im Jahre 1239 waren die Gewalttätigkeiten des Ritters Rudolph von Malberg, der sich der Herrschaft von Malberg bemächtigt hatte. Er versuchte dem Zisterzienserinnen-Kloster St. Thomas Güter, die dem Kloster von Agnes von Malberg geschenkt worden waren, nach ihrem Tode mit Gewalt wieder zu entreißen. Rudolph befehdete das Kloster und die Nonnen waren genötigt, dieses zu verlassen, bis ihnen vom Erzbischof gegen ihren unruhigen Nachbarn Beistand geleistet wurde. Aber erst nachdem der Erzbischof ihn mit Waffengewalt bezwungen hatte, fügte er sich. Die neue Burg auf dem Kyllberg hielt ihn auch fernerhin in Schranken. Im Jahre 1256 wurde sie und der darunter liegende Ort noch durch Mauern verstärkt. Die Kyllburg wurde ein Bollwerk, das sich noch manchmals bewähren und Angriffe auf den Kurstaat abwehren sollte.
Dass sie erfolgreichen Widerstand zu leisten vermochte, beweist der Angriff auf die Feste im Jahre 1355. Gegner Balduins im Norden seines Landes, so Gerhard von Schönecken, dessen Burg Ließem Balduin hatte berennen lassen, die Wildgrafen von Daun, das Balduin am 3. Juni 1352 erobert und geschleift hatte, der Graf von Blankenheim auf Burg Gerolstein, hielten unter Balduins Nachfolger, dem Kurfürsten Boemund II., den Zeitpunkt gegeben, einen Angriff auf das Erzstift zu unternehmen. Um den Weg hierfür freizumachen, sollte zunächst die Feste Kyllburg fallen. Doch die Kyllburger waren wachsam und auf der Hut, sie wehrten den Angriff ab.
1470 verpfändet Erzbischof Johann II. (von Baden) dem damaligen Domherrn Grafen Bernhard von Solms um 1300 Gulden Schloss und Stadt Kyllburg. Sechs Jahre später wird Eckart Brant von Buchsecke mit dem Kyllburger Burglehen belehnt, das durch den Tod Diedrichs Kriemgins von Bidburg ledig geworden war. Doch dieser konnte sich nicht allzu lange an seinem Lehen erfreuen, denn schon 1477 erhält Conrad von Badenheim das Kyllburger Burglehen Eckart Brants von Buchseck, nachdem er seine Rechte auf dasselbe nachgewiesen hat.
Schlimme Zeiten brachte dem Kurstaat und der Burg der 30jährige Krieg. Erst waren es die dem Kaiser verbündeten Spanier, dann die Franzosen und Schweden, die Stadt und Amt Kyllburg in der grausamsten Weise bedrückten und brandschatzten und die Feste Kyllburg heimsuchten.
Noch waren die Wunden nicht vernarbt, die der 30jährige Krieg der Kyllburg und dem Lande zugefügt hatte, da brach eine neue Leidensperiode an. 1673 fallen die Franzosen ins Erzstift ein. Die Landstädte wurden von Reiterscharen überfallen, geplündert und ausgeraubt.
Im August 1794 besetzten die Franzosen den Kurstaat und nahmen der Kyllburg ihre Waffenausrüstung. Vor dem Einmarsch der Franzosen, waren die Eingangstürme des Burgberings noch mit Geschützen besetzt. Als der französische General Moreaux am 28. September 1794 mit 800 Mann Reiterei erstmals in Kyllburg einfiel, nahm er diese Waffen und das dazu gehörige Bedienungspersonal mit ins Lager bei dem Hof Badenborn (nördlich von Meckel). Bei der Plünderung nahmen seine Truppen mit, was die Fuhrwerke schaffen konnten.

(Quelle: www.stadt-kyllburg.de)

 
Fakten



Öffnungszeiten:
ganzjährig von außen
Parkmöglichkeiten:
direkt an der Burg im Ort
Essen & Trinken:
nein
Übernachtung:
nein
Homepage:
Tipps & Tricks: