Burgruine Liebenstein
in Kamp-Bornhofen
Burgruine Liebenstein Im Jahre 1268 wurde die Burg Sterrenberg unter den Brüdern Werner und Philipp von Bolanden aufgeteilt. 1286 versuchte Werner von Bolanden die Teilung rückgängig zu machen, dies wurde jedoch im Jahre 1288 vom Vormund des Nachfolgers von Philipp von Bolanden abgelehnt. Als dieser in jungen Jahren schon verstarb, wurde sein erblich zugestandener Teil der Burg auf seine zwei Schwestern aufgeteilt. Albrecht von Lewenstein, der Gatte einer der Schwestern ließ in den Jahren 1284 bis 1290 zum Schutz ihres lehensfreihen Grundbesitzes, gegen ihren Onkel, Werner von Bolanden, die Burg Liebenstein erbauen. Ebenfalls erhoffte er sich durch den Bau dieser Trutzburg berechtigte Vermögensforderungen seiner Gattin einfordern zu können, da Werner von Bolanden den zweiten Teil der Burg Sterrenberg in seinen Besitz übernehmen wollte.
1294 befindet sich Burg Liebenstein in der Hand Graf Heinrichs von Sponheim. Allerdings war dieser wegen drückender Schuldlasten bereits im gleichen Jahr gezwungen, Burg Liebenstein an Enolf von Sterrenberg, dessen Bruder Ludwig und Siegfried Schenk von Sterrenberg zu Lehen zu geben. Sechs Jahre später befand sich Ludwig, der Sohn Eberolds von Sterrenberg im alleinigen Lehenbesitz der Burg Liebenstein.
Der sich anfangs in drei Händen befindliche Lehenskomplex zersplitterte sich durch mehrfache Erbteilungen, so daß 1340 die Erbenschaft des Hauses Liebenstein bereits 10 Parteien umfasste. Die Aufsplittung hatte zur Folge, dass jeder Lehensträger Sorge dafür trug, seinen abgegrenzten Burgbezirk durch Wohn- und Wehrbauten zu schützen und zu sichern.
1346 öffnen die Edelknechte Johann unter den Juden zu Boppard, Syfrid von Liebenstein und Wynand von Senheim ihr Haus auf Burg Liebenstein dem Mainzer Erzbischof Heinrich III. (Das "Öffnen" einer Burg, bedeutete, jemanden in Krisenzeiten und Bedrängnis Zuflucht zu gewähren, also eine Art "Asyl-Garantie").
Aufgrund von Familienstreitigkeiten der Insassen von Burg Liebenstein und der zwar benachbarten, aber dennoch verfeindeten Burg Sterrenberg wurde gegen Ende des 14. Jahrhunderts die hohe sagenumwobene Streitmauer erbaut.
Der Ausbau Liebensteins war etwa Mitte des 15. Jahrhunderts abgeschlossen. Die Zahl der Erben nimmt nun stetig ab, bis um das Jahr 1510 Philipp von Liebenstein alle Anteile des Lehens Liebensteins in Händen hält.
Um 1590 gab man Burg Liebenstein ganz auf, um das von Hans Wolf von Liebenstein erbaute Schloß Liebeneck über Osterspai zu beziehen. Das Verlies im Wohnturm der Burg Liebenstein wird 1601 in seiner Funktion als Gefängnis der Herrschaft Liebenstein/Osterspai angesprochen.
Auch bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts wechselten die Lehnsträger von Burg Liebenstein noch oft. Das Geschlecht derer von Carben erhielt nach einem langen Prozeß um 1654 die Liebensteinschen Güter. Aus einem Bericht geht hervor, daß bereits während dieses Prozesses die Restaurierung der Burg Liebenstein stattfand.
Als im Jahre 1637 das Geschlecht der von Liebenstein ausstirbt, geht das freigewordene Lehen an den Kaiser Ferdinand II., der wiederum den Mainzer Kurkanzler, Gerhard Freiherr von Waldenburg, mit der Ritterburg belehnt.
Da dieser kinderlos blieb, erhielt im Jahre 1783 der nassau-saarbrücken'sche Regierungspräsident zu Dillenburg, Georg Ernst Ludwig von Preuschen, die Mitbelehnung an Burg Liebenstein und Dorf Osterspai. Er kaufte dem Freiherrn von Botzheim als letztem liebensteinisch-carbenischen Erben alle liebensteinischen Besitzungen in und um Osterspai ab.
Seit 1793 ist die Burg Liebenstein nun im Besitz der Freiherren von Preuschen. Einer der Nachfolger, Freiherr Rudolf von Preuschen nahm in den Jahren 1977 und 1978 Instandsetzungs- und Renovierungsarbeiten vor.
Burg Liebenstein besteht heute aus dem beachtenswerten 17 Meter hohen gotischen Wohnturm aus dem 14. Jahrhundert, Resten des Bergfrieds auf ausgespartem Felsblock und einem kleinen Wohnhaus im Osten.
An der Nordostseite des Wohnturms wurde im 17./18. Jahrhundert ein Hofhaus erbaut, in dem sich heute das Hotel-Restaurant befindet.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
ganzjährig nur von außen
Eintritt für den Bergfried: 0,50 EUR
Parkmöglichkeiten:
direkt an der Burg
Essen & Trinken:
Burgcafé und -restaurant
Übernachtung:
Burghotel
Homepage:
Tipps & Tricks: