Burg Linn
in Krefeld-Linn
Burg Linn Burg Linn ging aus einem wehrhaften Wohnturm des 12. Jahrhunderts zurück, den die Brüder Otto und Gerlach von Linn an dieser Stelle aus Tuffstein und Kiesel errichteten. Er war der Nachfolger einer Motte, die dort bereits um das Jahr 1000 existierte. 1188 verkaufte Otto von Linn sein Allod für 100 Marl an den Kölner Erzbischof Philipp I. von Heinsberg, erhielt es jedoch im Gegenzug als kurkölnische Lehen zurück. Durch seine Teilnahme am dritten Kreuzzug kam er mit der byzantinischen Festungsbaukunst in Kontakt und begann - dadurch inspiriert - nach seiner Rückkehr in die Heimat mit dem Ausbau seiner Burg. Die Arbeiten waren bei seinem Tod um das Jahr 1219 noch nicht beendet, und so führte sein Sohn Gerhard das Werk seines Vaters bis 1250 in abgeänderter Form fort. Weil der Raubritter Heinrich von Strünkede, Amtmann des Herzogtums Kleve, im 14. Jahrhundert die Burg als Stützpunkt für seine Raubzüge nutzte, wurde sie von vereinten klevischen und kurkölnischen Truppen belagert und erobert. Die kurkölnische Lehnshoheit wurde noch einmal vertraglich festgelegt und die Anlage von den Kölner Erzbischöfen zu einer stattlichen Landesburg ausgebaut. Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges wird die Burg von hessisch-weimarische Truppen eingenommen. Die Eroberer erweiterten die Anlage zwischen 1643 und 1645 und verstärkten sie noch ein weiteres Mal. Dies konnte aber nicht verhindern, dass Burg Linn während des spanischen Erbfolgekriegs vollständig zerstört wurde. 1702 brannte sie ein erstes Mal, Schäden durch ein zweites Feuer kamen 1704 hinzu, ehe ein Blitzeinschlag im Jahr 1715 den oberen Schlosshof in Flammen setzte. Es gab zwar Versuche, die Anlage wieder bewohnbar zu machen, diese blieben aber erfolglos. Ab 1728 galt sie als gänzlich unbewohnbar. Anstatt dessen wurden schon 1707/08 einige Gebäude der Vorburg zur Kellnerei umgebaut, die der Kurfürsten Clemens August um 1740 zu einem Jagdschloss umgestalten ließ. Nach der Besetzung des Rheinlandes 1794 durch französische Truppen, wurden Burg und Schlösschen zu französischem Nationalgut deklariert und im Jahr 1806 an den Krefelder Seidenfabrikanten Isaak de Greiff veräußert. Er nutzte das Jagdschloss als Sommerresidenz, ehe es sein Sohn für sich und seine Familie zum dauerhaften Wohnsitz machte. Nach dem Ersten Weltkrieg erwarb die Stadt Krefeld die Burgruine mitsamt dem Jagdschloss und allen dazugehörigen Immobilien für 506.000 Mark, doch erst nach dem zweiten Weltkrieg begann man mit der Restaurierung der mittlerweile zugewucherten und verwilderten Burg. Heute beheimaten Burg und Jagdschloss eine umfangreiche Sammlung zur Kulturgeschichte des Krefelder Raums.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
1. April bis 31. Oktober Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 10:00 bis 18:00 Uhr, 1. November bis 31. März Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 11:00 bis 17:00 Uhr
Parkmöglichkeiten:
etwa zwei Gehminuten von der entfernt
Essen & Trinken:
nein
Übernachtung:
nein
Homepage:
Tipps & Tricks:
Ein Besuch der Vorburg ist kostenlos.