Burg Nassau
in Nassau
Burg Nassau Die Ursprünge und der Bau der Burg Nassau sind bis heute umstritten und noch immer nicht völlig geklärt. Offenbar durch Besitzansprüche des Laurenburger Geschlechts im Bereich der Grundherrschaft Nassau des Wormser Domstiftes kam es wohl um 1100 zum Bau der Burg auf dem Bergkegel in Nassau. Die Grafen Rupert I (oder Ruprecht I. und Arnold I. von Laurenburg, Enkel des Mainzer Vogtes Graf Ruprecht und Söhne des 1117 erstmals erwähnten Grafen Dudo von Laurenburg, nahmen um 1120 "Besitz" von der Burg Nassau, indem sie - wie man heute sagen würde - ihren Wohnsitz von der Laurenburg nach Nassau verlegten und die Burg im Jahre 1124 weiter ausgestalteten. Dadurch gerieten die beiden Grafenbrüder in heftigen, jahrzehntelangen Streit mit dem Domstift zu Worms, das sich selbst als Besitzer des gesamten Nassauer Burgberges empfand und die Besitzergreifung durch die Laurenburger für widerrechtlich erklärte.
Der Streit zwischen den Grafen und dem Domstift wurde schließlich, da keine Einigung zwischen den Streitenden zustandekam, vor den höchsten Instanzen des Reiches und der Kirche fortgeführt. Der Streitfall lag Kaiser Lothar vor, als dieser 1128/1129 seinen Hoftag in Worms hielt. Der Kaiser entschied gegen die Brüder, die jedoch trotzdem die Burg und den Berg in ihrem Besitz behielten.
Der Wormser Bischof brachte die Angelegenheit vor den Heiligen Stuhl und erwirkte 1152/1153 durch Papst Eugenius III. die Exkommunikation des Grafen Rupert. Diese wurde - nachdem die Nassau-Laurenburger sich von den gegen sie gerichteten kaiserlichen und kirchlichen Entscheidungen unbeeindruckt zeigten - am 13. Mai 1154 von Papst Anastasius IV auch Ruperts Witwe Beatrix von Limburg und deren Söhnen Rupert II. und Arnold II. angedroht, falls sie nicht innerhalb von 14 Tagen die Burg Nassau und deren Umgebung zurückgeben würden, die der inzwischen verstorbene Rupert I. widerrechtlich dem Wormser Domkapital entzogen habe. Beatrix und ihre Söhne blieben jedoch hart. Selbst die Androhung des päpstlichen Bannstrahls vermochte sie nicht zum Verzicht zu bewegen.
Der Zwist fand schließlich durch die Mithilfe des Erzbischofs Hillin von Trier seine gütliche Lösung. Dieser tauschte am 9. März 1159 die Burg Nassau gegen seinen Hof zu Partenheim im Nahegau. Am 1. April 1159 belehnte er daraufhin die Gräfin Beatrix von Laurenburg und deren Söhne mit der Burg, nachdem diese auf ihre Eigentumsrechte verzichtet und 150 Mark gezahlt hatten. Die Laurenburger erkannten die Burg Nassau als Lehen und "offenes Haus" des Erzbischofs von Trier an und räumten ihm einen Platz zum Bau eines Hauses und einer Kapelle für den Fall ein, dass er oder einer seiner Nachfolger hier einmal vorübergehend seinen Wohnsitz nehmen wollte.
Zum Lehen gehörte auch der Ort Nassau, Hof, Gericht und Kirchensatz. Nach diesem Vergleich mit Worms und der Belehnung durch das Trierer Erzstift war Nassau nun endgültig Sitz des (früheren) Laurenburger Grafenhauses geworden, das sich fortan nach dieser Burg und dem Ort nannte. Erster urkundlich erwähnter Graf von Nassau ist 1160 Heinrich I. ("Henricus comes des Nassouve").
In den nachfolgenden Jahren erlebte die Grafschaft Nassau einen enormen Aufstieg und hatte sehr zügig großen Besitz erworben, den die Grafen durch enge Beziehungen zu den Staufern, insbesondere zu Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa, festigten, so dass der bis etwa zur Mitte des 13. Jahrhunderts regierende Graf Heinrich II. zu Recht den Beinamen "der Reiche" erhielt. In seiner Ära fällt auch der Baus des süätromanischen Pallas in den Jahren 1220 bis 1230. Nach seinem Tod führten seine Söhne Walram II. und Otto I. zunächst gemeinsam die Herrschaft über die große und bedeutende Grafschaft, ließen diese jedoch im Jahre 1255 in zwei unabhängige Grafschaften teilen und begründeten die walmramische und die ottonische Linie des Geschlechts. Lediglich die Burg Nassau blieb im ungeteilten Eigentum beider Grafenlinien.
In der ersten Hälfte des 14 Jahrhunderts entstand der heute noch erhaltene westliche Bergfried.
1544 erhielt Wilhelm der Schweiger das derweil zum Fürstentum erhobene Nassau - auch bekannt als Wilhelm I. von Nassau-Dillenburg, der durch Erbe ebenfalls in den Besitz des Fürstentums Orange an der Rhône gelang. Er legte sich von nun den Beinamen "von Oranien" (als deutsche Form von "Orange") zu. Diesen übernahmen dann auch seine Nachfolger, und er vererbte sich schließlich auf die Angehörigen des Hauses Nassau-Diez, das heute noch mit Königin Beatrix in den Niederlanden regiert.
Nach dem Verfall der Burg Ende des 15. Jhahrhunderts wurde die Wiederherstellung des Bergfrieds 1976/77 nach einem Stich von Merian aus dem 17. Jahrhundert vorgenommen. Der Wiederaufbau des Palas mit Rittersaal erfolgte 1980/81. Dieser wird heute als Restaurant geführt.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
ganzjährig
Parkmöglichkeiten:
direkt an der Burg
Essen & Trinken:
Burgrestaurant
Übernachtung:
nein
Tipps & Tricks:
Von der einstigen Burg stehen nur noch der Bergfried und ein Wirtschaftsgebäude.