Neuerburg
in Neuerburg
Neuerburg Die erste urkundliche Erwähnung findet die Neuerburg, die zu dieser Zeit im Besitz der Grafen von Vianden ist, 1132 in einer Urkunde des Erzbischofs Albero von Trier. Jedoch weiß man, dass bereits um 1100 in Neuerburg eine befestigte Anlage existierte, die seinerzeit in der Hand des Grafen Wilhelm von Luxemburg war. 1140 bis 1146 erbaut der Trierer Erzbischof während des Krieges gegen den Grafen von Namur dort eine neue Burg.
Im 13. Jahrhundert nutzen die Herzöge von Luxemburg eine Familienfehde des Neuerburger Grafengeschlechts (eine Selblinie des Viandener Hauses), um die Herrschaft Neuerburg und die dazugehörigen Dörfer als Lehen an sich zu reißen. In den Jahren 1332 bis 1339 ist Johann der Blinde, König von Böhmen, Graf von Luxemburg, Burgherr.
1491 werden die Manderscheider Grafen Besitzer der Burg. Sie bauen die Anlage, zu einer Festungsanlage aus, die zu ihrer Zeit trotz aufkommender Artellerie als uneinnehmbar gilt; nach 1550 wird sie durch eine Ostbastion befestigt und durch Ringmauern verstärkt.
1609 erfolgt eine Teilung von Burg und Herrschaft. Eine Hälfte verbleibt im Besitz der Manderscheider, die andere Hälfte wechselt häufig den Eigentümer.
In den Reunionskriegen wird die Burganlage 1692 von französischen Truppen belagert und eingenommen. Auf Befehl Ludwigs XIV. wird die Festung gesprengt. 1710 beginnt man damit, den Pallas aus den Burgruinen wieder aufzubauen.
Mit dem Einmarsch französischer Revolutionstruppen endete die Herrschaft Neuerburg endgültig. 1795 versteigert die Französische Republik die Burg für 1000 Franken.
Die ehemals 5,5 Meter dicken Befestigungsmauern werden nach einem verheerenden Stadtbrand 1818 auf Abbruch verkauft und anschließend als Steinbruch genutzt. Dann kommen die Reste der Anlage in den Besitz des Bürgerhospitals zu Neuerburg, von dem die Stadt sie später erhält. Die noch erhaltenen Gebäude erfahren in den darauf folgenden Jahren vielfältige Nutzungen: als Armenhaus, als Archiv, als Gefängnis und von 1920 bis 1929 als Landwirtschafttsschule.
1930 wird die Burg vom Katholischen Jugendbund "Neudeutschland" in Erbpacht von der Stadt übernommen und drei Jahre lang umfassend renoviert, um sie als Jugendburg zu nutzen. Während des 3. Reichs erfolgt eine Zwangsaneignung durch das Nazi-Regime, das die Neuerburg als NS-Schulungsheim u.a. für die Hitlerjugend nutzt. Nach Kriegsende sind dort amerikanische, französische und luxemburgische Soldaten stationiert.
Seit 1951 werden die Gebäude wird als Jugendburg genutzt.
Von der einstigen Festungsanlage sind nur noch der ehemalige Rittersaal (heute Burgkapelle) und das Lehnshaus von 1624 erhalten. Von der Vorburg, die von einer großen Mauer mit drei Toren und 16 Befestigungstürmen umgeben war, ist nur noch der hohe Rundturm vorhanden, der zusammen mit dem 1624 angebauten Vogtshaus den Namen "Kleine Burg" trägt.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
ganzjährig nur von außen
Parkmöglichkeiten:
etwa 1 Gehminute von der Burg entfernt
Essen & Trinken:
nein
Übernachtung:
In der Burg befindet sich eine Jugendherberge
Homepage:
Tipps & Tricks: