Ruine Nürburg
in Nürburg
Ruine Nürburg Bereits in römischer Zeit befand sich auf dem "mons nore", dem schwarzen Berg, wahrscheinlich eine Signalstation, und es marschierten dort Kohorten zum Schutz der wichtigen Römerstraße, die sich durch die urwaldähnlichen Eifelwaldungen zog.
Im 10. Jahrhundert gehörte der Berg Nore zum Herrschaftsbereich der Grafen von Are, deren Stammburg die Felsenburg Are im heutigen Altenahr war. Im 12. Jahrhundert begann auch Theoderich I. von Are auf dem Berg Nore mit dem Bau einer Fluchtburg. Sie geht an Dietrichs Sohn Ulrich, der aus ihr eine großzügig angelegte Ritterburg machte, die bereits um 1166 fertiggestellt war. Höfe, Stallungen, Brau-, Schlacht- und Backhaus, Küchen, Wohnungen für Ritter und Knappen, Burgkapelle, Verlies, Kemenaten, Ritter- und Waffensaal, die Grundzüge heizungsähnlicher Anlagen, zahlreiche Wachtürme, mächtige Mauern und über allem der das Land beherrschende Bergfried, der damals Spitzdach trug, hatten stadtähnlichen Charakter. Graf Ulrich nannte sich fortan Ulrich von Nürburg und starb 1197/98.
Sein Sohn Gerhard von Nürburg regierte zusammen mit Theoderichs Sohn Lothar II. die Grafschaften Nürburg, Are und Hochstaden. Um 1205 trat eine regionale Teilung der Grafschaften ein. Damals wurde Gerhard alleiniger Herr der Nürburg. Er starb im Jahre 1220.
Sein dritter Sohn, Johann, trat seine Nachfolge an, doch starb er 1270 ohne Erbe, weil er seinen Sohn Kunzo überlebte. Damit war das Geschlecht derer von Nürburg ausgestorben.
Bereits 1254 wurde die Nürburg dem Kölner Erzbischof Kornrad von Hochstaden (einem Blutsverwandten) übergeben. In den Auseinandersetzungen um das Erbe des ausgestorbenen Herzöge von Limburg kann sich Kurköln im Besitz der Nürburg behaupten. Nach den Auseinandersetzungen mit den Verwandten der in der Hauptlinie ausgestorbenen Nürburger, befindet sich die Burg in schlechtem Zustand. Kurköln geht daran, sie als Verwaltungsmittelpunkt seines Amtes Nürburg auszubauen.
Im 15. und 16. Jahrhundert wird das Amt mehrmals verpfändet. Die Pfandinhaber walteten zugleich als Amtsleute und waren mehr auf ihren Vorteil als auf den Erhalt der Burg bedacht. Im Jahre 1529 war sie soweit verfallen, dass sie von 1530-1545 mit großem Aufwand wieder hergestellt wurde. Die Nürburg wurde dann anschließend häufiger von fremden Truppen heimgesucht, die Vieles wieder zerstörten. Deshalb führte man von 1608-1612 größere Bauarbeiten durch, deren Ergebnis 1612 teilweise ein großer Sturm wieder zunichte machte. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde sie von den Schweden erobert. Hinzu kam im Nürburger Amt die Pest, die gegen 1633-1638 ganze Ortschaften entvölkerte. Wegen der durch den Dreißigjährigen Krieg entstandenen Notlage verpfändeten die Kölner Kurfürsten die Burg an die Herzöge von Aremberg.
Es folgte eine Zeit der Ruhe und des Wiederaufbaus, doch dann besetzen kaiserliche Truppen die Burg, 1689 wird sie dann vollends durch französische Truppen zerstört. Der erhaltenen Bergfried dient zunächst noch als Gefängnis, ist aber 1752 auch dafür nicht mehr nutzbar. Die Burg wird verlassen und als Steinbruch genutzt.
Mit dem Rheinland fällt die Ruine an den preußischen Fiskus. Preußen restauriert den Bergfried 1818 als trigonometrischer Punkt, doch wird in dieser Zeit auch die Vorburg "niedergelegt". 1864 versah man die Plattform mit einer Brustwehr und stellte das oberste Gewölbe wieder her.
1949 beginnt die Betreuung der Burgruine durch das Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz, deren Nachfolge 1953 die staatliche Schlösser- und Burgenverwaltung antritt. Sie leitet größere Freilegungsarbeiten verschütteter Bauteile, Sicherung von Mauern und Treppen sowie eine Bedachung aller Türme ein.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
April - September: 09.15 - 18.00 Uhr,
Oktober, November und Januar - März: 09.15 - 17.00 Uhr,
(jeweils am ersten Werktag der Woche geschlossen)
Letzter Einlass 30 Minuten vor Schließung
Eintritt: Erwachsene 2,10 EUR, erm. 1,10 EUR
Parkmöglichkeiten:
direkt an der Burgruine
Essen & Trinken:
nein
Übernachtung:
nein
Homepage:
Tipps & Tricks: