Schloss Oelber
in Baddeckenstedt
Schloss Oelber Die kreisrunde Anlage von Schloss Oelber steht auf den Fundamenten einer mittelalterlichen Wasserburg aus dem 12. Jahrhundert. Diese hatte im Mittelalter kaum Bedeutung, weil sie abseits der großen Heer- und Handelsstraßen lag und deshalb nie umkämpft war. Fast von Anfang an war die Anlage im Besitz der Adelsfamilie von Cramm, die sie sich aber mit einer weiteren Adelsfamilie bis zu deren Aussterben 1686 teilen musste. Seit das Territorium ab dem Jahr 1523 allerdings zum Herzogtum Braunschweig gehörte und in dessen äußersten, südwestlichen Zipfel des Kernlands lag, änderte sich die Bedeutung des Standorts erheblich. Obwohl von fremden Territorien umgeben, konnten die Braunschweiger Herzöge ihren Außenposten aber über alle Wirren hinweg behaupten.
Um 1580 wurden derart umfangreiche Umbauten an der Burg vorgenommen, dass sie einen totalen Neubau bedeuteten. Der damalige Schlossbesitzer, Burchard VI. von Cramm, ließ die wehrhafte Rundburg nach dem Vorbild des Marburger Schlosses, zu einem Schloss im Stil der Renaissance verändern. Dabei wurde auch der bis dahin existierende, umlaufende Wassergraben trockengelegt und verfüllt.
Der Schlossraum mit dem Namen "Tilly-Saal" erinnert heute noch an drei Monate des Jahres 1626, während denen der kaiserliche Feldherr Tilly im Dreißigjährigen Krieg Quartier im Schloss bezog, ehe er 15 Kilometer von Oelber entfernt im August des gleichen Jahres dänische Truppen unter König Christian IV. schlug. Sie hatten nach dem Abzug Tillys aus Oelber das Schloss eingenommen und ebenso wie das Dorf verwüstet.
Im 19. Jahrhundert wurden weitere Erneuerungen der Bausubstanz vorgenommen, so zum Beispiel die Neugestaltung des Ostflügels und die Erhöhung des Treppenturms, um ihm ein bergfriedartiges Aussehen zu verleihen. Zeitgleich wurde nach Osten hin ein größerer Schlosspark angelegt.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
ganzjährig nur von außen
Parkmöglichkeiten:
2 Gehminuten vom Schloss entfernt, irgendwo im Ort
Essen & Trinken:
nein
Übernachtung:
nein
Tipps & Tricks:
Das Schloss befindet sich in Privatbesitz und ist nicht zu besichtigen. Wer aber bis etwa 2008 einen schönen Blick auf den Schloss erhaschen möchte, dem sei als Standort die örtliche Zufahrtsstraße empfohlen, von der man, aufgrund eines gefällten Baums, derzeit eine gute Aussicht auf die Anlage hat.