Burgruine Olbrück
in Niederzissen-Hain
Burgruine Olbrück Bunt und abwechslungsreich ist die Geschichte der Burg Olbrück und ihrer Besitzer, aus dem geschichtlichen Dunkel ihres Entstehens bis zu den Schicksalsjahren ihres Untergangs 1689 und 1804. In einer Stiftungsurkunde der Abtei Maria Laach vom Jahr 1093 ist ein Burckard de Ulbrucke (aus dem Geschlecht der von Wieds) benannt, der als Erbauer der Burg gelten dürfte. Schon vor 1190 trug ein Graf Theoderich von Wied das Schloss Olbrück dem Erzbischof Philipp von Heinsberg zu Köln zu Lehen auf. Als die Grafen von Wied 1244 ausstarben, kam die Burg geteilt an die Geschlechter von Eppenstein und von Isenburg-Braunsberg. Eine Lebensverleihung unter Erzbischof Konrad von Hochstaden geschah "soweit der Graben reicht". 1269 wurde die Burg pfandweise einem Peter von Eich um 660 Mark kölnischer Pfennige übertragen. Eine Familie Eich gehörte zum reicheren Eifeladel und führte in ihrem Wappen einen schwarzen Eichbaum in silbernen Felde. Bis zum Aussterben der Familie im Mannesstamm im Jahre 1445 besaß sie die Burg.
1406 verkaufte Siegfried von Eppenstein seinen Anteil an Graf Rupprecht von Virneburg. Agnes von Virneburg brachte als Gemahlin Wilhelm I. von Isenburg-Braunsberg diesen Anteil mit in die Ehe, so dass der Burgbesitz wieder in einer Hand vereint war. Als Lehensträger bewohnte die Familie von Eich die Burg. Bei einer späteren Teilung der Besitzrechte wurde 1318 die gemeinsame Nutzung der Tore vereinbart. Paul von Eich erhielt dabei das Rote Haus mit der Kapelle, die Kinder Peter von Eichs das Hohe Haus, den älteren Burgteil. 1345 traten zu diesen Häusern zwei Neubauten, die, da nach einer Vereinbarung die Burg als Ganerburg bestimmt wurde, gleich hoch mit den anderen Häusern sein und bleiben sollten. Ferner wurde zur Erhaltung der Burg eine Weinsteuer bestimmt, die von zwei, von den Burgherren bestimmten Leuten, fünf Jahre lang eingesammelt werden sollte. 1445 stirbt das Geschlecht derer von Eich in männlicher Linie aus. Schon vorher, zu Ende des 14. Jahrhunderts, hatten Wilhelm von Orsbeck und Philipp Friedrich von Schöneck Besitztitel auf die Burg erworben.
Die Tochter des letzten männlichen Besitzers, Peter von Eich, vermählte sich mit Gottfried von Drachenfels und brachte die sogenannte Vogtsburg als ihren Erbteil in die Ehe mit. 1518 nach weiteren Teilungen, war der Drachenfelser Anteil im Besitz der Tochter eines Paul von Breitbach und eines Adolf von Breitbach. Diese übertrugen ihren Besitzanteil 1518 an Peter von Lahnstein. 1526 und 1539 erwarb der Graf von Wied die Anteile von Orsbeck, von Schöneck, von Drachenfels bzw. von Lahnstein. Durch Pfandschaft war auch Anton Walbott von Bassenheim an der Burg beteiligt. Er lehnte es ab, die Pfandschaft zu lösen und errichtete 1534 einen Neubau. 1546 tritt auch ein Georg von der Leyen als Mitbesitzer auf. Die Erben Anton Walbotts von Bassenheim erwarben vom Grafen von Wied Burg und Herrschaft Olbrück, die als Lehen beim Erzstift Köln verblieb. 1590 und 1615 erbten Philipp und Anton Walbott von Bassenheim die Burg zur Hälfte. Sie verblieb ungeteilt bei ihren Nachkommen, den Linien Olbrück-Olbrück und Olbrück-Bornheim.
Schwer hatte die Burg im 30-jährigen Krieg zu leiden. 1632 wurde sie unter Graf Baudissin von den Schweden erobert. 1633 besetzten sie die spanischen und kurkölnischen Truppen unter dem Befehl des Grafen Ernst von Isenburg-Grenzau. 1660 stürzten mehrere Gebäude ein, die aber von den Besitzern wiederhergestellt wurden.
Das schwerste Jahr für die Burg war das Jahr 1689. Französische Truppen plünderten und brandschatzten die westlichen Landesteile. 1689 war ein Engelbert Keiffenheim Kellner auf Burg Olbrück. Er berichtet über den Untergang der Burg, dass die Franzosen am 30. April von Burg Olbrück abzogen, ohne dass die von General Marquis de Sourdis angeordnete Plünderung und Niederbrennung geschehen wäre. Ein französischer Kapitän ließ sich gegen Zahlung von 236 Gulden bewegen, nur Teile der Pforten und Mauern abzureißen. Die Truppe zog weiter nach Andernach, das sie in der nächsten Nacht in Brand steckte. Am 1. Mai 1689 hatte General Marquis de Sourdis Ahrweiler verbrannt und zog mit 2000 Mann in Richtung Mayen weiter. Auf seinem Wege fand er Olbrück noch unversehrt vor. Man wagte zu hoffen, aber am übernächsten Tage, dem 3. Mai, erschien ein französischer Major, um das Schloss zu plündern und in Brand zu stecken. Man bat und flehte, aber er hatte taube Ohren. Er gewährte nur eine Stunde Wartezeit, um das Nötigste zu bergen. Dann wurde rücksichtslos geplündert.
Wohnhäuser, Scheunen und Ställe mit allen Korn- und Feldfrüchten in Ober- und Unterhof wurden angezündet und verbrannt. Der Wein lief aus den angebohrten Fässern in die Keller. Zurück blieben rauchende Trümmer. Trotz allen Ungemachs ließen die Besitzer die Burg wiederherstellen. Herrenhaus und Kapelle wurden neu gebaut.
Im Zuge der Säkularisation verkaufte die französische Besatzungsmacht im Jahre 1804 die Burg auf Abbruch. Käufer war ein Güterbesitzer Weckbecker aus Münstermaifeld, der die Burg dann ausschlachtete. Ab 1815 gehörte die Burganlage dem preußischen Staat, der den weiteren Abbruch verhindern wollte. Er verkaufte die Ruinen 1878 an den baltischen Baron von Ekesparre, einen Nachfahren der Ritter von Eich, mit der Auflage, sie zu erhalten. Nach ihm war die Anlage im Besitz mehrerer Privatpersonen, die zum Teil auch Erhaltungsarbeiten durchführen ließen. 1956 erwarb Dr. Rainer Maria Schlitter die Burg Olbrück, in dessen Besitz sie sich heute noch befindet. 1998 unterzeichneten der Besitzer und die Verbandsgemeinde Brohltal einen Pachtvertrag, der den Grundstein für eine grundlegende Restaurierung der maroden Burganlage ermöglichte. 1999 und 2000 wurden nachhaltige Sanierungsarbeiten durchgeführt, so dass Burg Olbrück seit 2001 wieder Besuchern offen steht.
Von der Ringmauer sind heute nur noch geringe Reste vorhanden. Beherrschend steht der hohe Wartturm in der Mitte der Burganlage. 1875 befestigt und zum Teil erneuert, ragt er 34 Meter hoch. Breit gegen Süden stehen die Umfassungsmauern des Palas und schauen mit acht hohen Fenstern in zwei Geschossen in das Land. An den vorspringenden Rundtürmen, deren westlicher noch besser erhalten ist, kann man sogar ein drittes Geschoss erkennen. Im Innern der Burg ist viel verfallen, und man kann nur vermuten, wo sich Wohn-, Küchen- und Wirtschaftsgebäude und die Kapelle befunden haben. Auch ein gewölbter Keller ist noch vorhanden.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
April bis Oktober: Montags 14.00 - 18.00 Uhr, Dienstags bis Sonntags 09.00 - 18.00 Uhr
November, Dezember, Februar: Dienstags bis Sonntags 10.00 - 18.00 Uhr
März: Dienstags bis Sonntags 09.00 - 18.00 Uhr
Eintritt: Erwachsene 3,50 EUR, erm. 2,50 EUR
Parkmöglichkeiten:
5 Steigminuten von der Burg entfernt
Essen & Trinken:
Kastellaney
Übernachtung:
nein
Tipps & Tricks:
Zwischen Mai und Oktober finden an jedem ersten Sonntag im Monat um 13.00 Uhr Burgführungen statt (1,00 EUR/Person zusätzlich zum Eintritt). Für Gruppen können auch Sonderführungen gebucht werden (25,00 EUR/Gruppe zusätzlich zum Eintritt).