Burgruine Plesse
in Bovenden
Burgruine Plesse Wer Erbauer der Burg Plesse war, ist bis heute nicht geklärt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie im Jahr 1015 als Besitz des Bischofs Meinwerk von Paderborn, der sie seiner Kirche vermachte. Ebensowenig ist eindeutig bewiesen, wie die Anlage zu ihrem Namen kam. Allgemein wird angenommen, dass der weiße Kalkstein, auf dem sie errichtet wurde, der "Blesse" eines Pferdes gleich, Namensgeber der Burg war.
Seit 1150 nannten sich die Herren von Höckelheim "von Plesse". 1192 tauschte Kaiser Heinrich VI. mit der Paderborner Kirche die Burg Desenberg in Hessen gegen die Burg Plesse ein. Der Tausch wurde 1195 jedoch wieder rückgängig gemacht. In jener Zeit verlegten die Herren von Höckelheim ihren Wohnsitz auf die Plesse.
1571 starb das Geschlecht der von Plesse aus, und gemäß Erbvertrag fielen Burg und die dazugehörige Herrschaft an die Landgrafen von Hessen. 1624 residierte dort - aus Hessen geflohen - Landgraf Moritz von Hessen, der in etlichen Zeichnungen den damaligen Baubestand festhielt. Seine gleichzeitig erstellten Pläne zum Umbau der Burg in eine der neuen Zeit angepasste Festung wurden aber nicht verwirklicht. Um 1660 wurde die Burg von den Bewohnern verlassen, Verwaltungssitz wurde Bovenden.
In die zunehmend verfallende Ruine kam seit Mitte des 18. Jahrhunderts neues Leben, denn sie wurde bevorzugtes Ausflugsziel von Angehörigen der Göttinger Universität.
Durch Verhandlungen während des Wiener Kongresses 1816 wurde die Plesse in das Königreich Hannover integriert, das ab 1866 zu Preußen gehörte. Der seit 1780 allmählich einsetzende Denkmalschutz bewahrte sie vor dem vollständigen Verfall. Aber erst König Georg V. von Hannover initiierte nach einem Besuch auf der Burg im September 1853 eine umfangreiche Restaurierung und stellte dafür Finanzmittel zur Verfügung. Der "Große Turm" wurde geräumt, mit einem ebenerdigen Eingang und einer von Königin Marie geforderten Wendeltreppe sowie einem Dach versehen. Der "Alte Herrenbau" wurde nutzbar gemacht und seine Fassade ergänzt. Ebenfalls auf Betreiben des Königs wurde eine Gaststätte eingerichtet.
Das durch Georg V. geprägte Erscheinungsbild der Plesse ist bis heute Grundlage für alle weiteren Arbeiten zur Sicherung und Erhaltung geblieben.
Im Westen der Burg befindet sich direkt am Berghang der 23 Meter hohe "Kleine Turm", dem sich die Reste der mittelalterlichen Kapelle anschließen. Der Hauptteil der Anlage gruppiert sich rund um den östlich gelegenen "Großen Turm", dessen Mauern ebenerdig mehr als vier Meter dick sind. Um diesen Turm standen verschiedene Wohngebäude. Der Herrenbau wurde 1980 restauriert, wobei der der darunter liegende Gewölbekeller freigelegt und in die Gaststätte integriert wurde.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
Dienstags bis freitags 11.00 bis 22.00 Uhr, samstags und sonntags 10.00 bis 22.00 Uhr,
Eintritt Bergfried für Erwachsene 0,60 EUR, für Kinder, Jugendliche und Studenten 0,30 EUR
Parkmöglichkeiten:
2 Gehminuten von der Burgruine entfernt
Essen & Trinken:
Burgrestaurant
Übernachtung:
nein
Tipps & Tricks: