Burg Posterstein
in Posterstein
Burg Posterstein Die erste urkundliche Erwähnung der bis in das 16. Jahrhundert als "Stein" bekannten Bergspornburg lässt sich auf das Jahr 1191 nachweisen, als der Ministeriale Gerhard von Nöbdenitz und seine Mutter Mechthilde von Stein in einer Naumburger Urkunde Erwähnung fanden. Burg und Ort entstanden offenbar durch eine vom benachbarten und schon in slawischer Zeit besiedelten Ort Nöbdenitz ausgehenden Rodungstätigkeit in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts.
Seit Beginn des 14. Jahrhunderts ist das erstarkte und bis in das Pleißenland expandierende Herrscherhaus der Reußen als Lehnsherren über Posterstein nachgewiesen, und es begann eine bis in das 17. Jahrhundert dauernde Auseinandersetzung zwischen Wettinern und den Reußen um Posterstein, welche erst mit nachlassender Bedeutung der Lehen im 18. Jahrhundert endete.
Bei der Spaltung des reußischen Stammhauses 1305 in Reuß ältere Linie (Plauen) und Reuß jüngere Linie (Greiz) verblieb Posterstein unter der Herrschaft der jüngeren Linie.
Im 15. Jahrhundert ging der Grundbesitz an die Familie Puster, die man entsprechend dem Sprachgebrauch jener Zeit, als die "Postern zum Steine" bezeichnete, ein Hinweis, wie der seit dem 16. Jahrhundert gebräuchliche Ortsname Posterstein zustande gekommen ist. Die Pusters leisteten einen Teil ihrer ritterlichen Dienste an die Wettiner, einen anderen Teil an die Reußen.
1528 gelangte die Burg in den Besitz der Familie Pflugk, der es im Laufe der Zeit gelang, die Grundherrschaft durch eine geschickte Verwaltungs- und Heiratspolitik entscheidend zu festigen und zu erweitern. Im 17. Jahrhundert ließ man das durch Zeit und Krieg arg in Mitleidenschaft gezogene Schloss rekonstruieren und die benachbarte Burgkirche mit einem barocken Schnitzwerk ausgestalten.
Nach mehrfachem Besitzerwechsel erwarb 1833 die bürgerliche Familie Herrmann das Rittergut Posterstein. Schon bald begannen die Verhandlungen zwischen Bauern und den Rittergutsbesitzern, die 1850 zur Ablösung der Frondienste durch Geldleistungen führten. Mit der Aufhebung der Gerichtsbarkeit endeten die feudalen Verhältnisse auf dem Land.
Bis zum Ende des 19. Jh. gelang es Posterstein, sich zu einem Saatzucht- und Mustergut mit beispielhafter Stellung im Thüringer Raum zu profilieren. Die guten Ausbildungsbedingungen nutzte 1913 auch der später als Schriftsteller Hans Fallada bekannt gewordene Rudolf Ditzen zu einem Elevenaufenthalt.
Mit der Durchsetzung der Bodenreform in Thüringen wurde 1946 auch das 192 Hektar große Rittergut Posterstein enteignet. Die Burg wird seit dieser Zeit öffentlich verwaltet, und die Gründung des Museums 1952 ermöglichte fortan die Erhaltung der denkmalgeschützten Anlage. Die letzte Restaurierung erfolgte von 1984 bis 1991.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
März bis Oktober: Dienstags bis Samstags 10:00 bis 17:00 Uhr, Sonn- und Feiertags 10:00 bis 18:00 Uhr
November bis Februar: Dienstags bis Freitags 10:00 bis 16:00 Uhr, Samstags, Sonn- und Feiertags 10:00 bis 17:00 Uhr
Museumseintritt für Erwachsene 2,50 EUR, ermäßigt 1,00 EUR
Eintritt zur Besichtigung der Burgkirche für Erwachsene 2,50 EUR, ermäßigt 1,00 EUR
Parkmöglichkeiten:
direkt an der Burg
Essen & Trinken:
nein
Übernachtung:
nein
Tipps & Tricks:
Führungen im Museum nur auf Anfrage.
Führungen in der Burgkirche: Dienstags bis Sonntags 11:00, 13:00 und 15:00 Uhr.
Eine Fotoerlaubnis für das Museum kostet 3,00 EUR.