Burgruine Ramstein
in Kordel
Burgruine Ramstein Bis zum 14. Jahrhundert fehlen genaue Nachrichten über die Burg. Lediglich im Jahre 1110 wird ein Archidiakon und Chorbischof Bruno von Rammerstein erwähnt, der dort wohnte und sich auch offensichtlich nach seinem Wohnsitz benannte.
Mit Erzbischof Diether von Nassau (1300 - 1307) beginnt ein neuer Abschnitt in der Geschichte von Burg Ramstein. Er begann nämlich anstelle des bisher nur befestigten Hauses eine richtige Burg zu bauen. Dieser übertrug Ramstein am 2. Juli 1310 dem Domdechanten Johann von Bruaco (Bruch) als Lehen. Nur 18 Jahre dauerte die Herrschaft der Domdechanten auf Ramstein. Schon 1328 übergab Erzbischof Balduin die Burg, mit Scheune und umliegenden Land dem Ritter Johann von der Fels, seiner Gemahlin Jutta von Reuland, und deren Sohn aus 1. Ehe, Wilhelm von Manderscheid. Diese aber kamen in der Folgezeit in arge Geldverlegenheit. Schon am 5. April 1331 verpfändete Wilhelm von Manderscheid seinen Anteil an den Dekan Petrus von St. Simeon gegen 80 Pfund Heller. Auch Johann von der Fels und seine Gemahlin gaben am 22. Juni 1331 ihre Hälfte gegen Zahlung von 120 Pfund in Pfand. Und noch einmal erhielt Wilhelm von Manderscheid im Jahre 1345 einhundert Gulden vom Pfarrer von St. Paulin zur Befestigung und zum weiteren Ausbau der Burg.
Balduin, der große Trierer Landesfürst, starb im Jahre 1354. Auf seine ruhmreiche Regierungszeit folgte die des altersschwachen Erzbischofs Boemund II. von Saarbrücken. Er übertrug im Jahre 1358 Ramstein dem Trierer Schöffenmeister Johannes Wolf und machte ihm zur Pflicht, die Burg in gutem Zustand zu halten und genügend Wächter zur Verteidigung der Burg einzustellen. Schon wenig später belehnte sein Nachfolger, Erzbischof Kuno von Falkenstein (1362 - 1388) die Äbtissin von St. Deren, Irmgard von Gymnich, mit der Burg.
1402 ist Chorbischof Rupprecht von Hoheneck Herr auf Ramstein, wohl bis zu seinem Tod im Jahre 1417. Einige Jahrzehnte später besetzte Bernhard von Orley das Haus, auf das er wohl Ansprüche erhob. Der Erzbischof von Trier belagerte und eroberte die Burg und nahm die Knechte Bernhards gefangen. Die Ereignisse müssen sich kurz vor den 6. November 1447 abgespielt haben. An diesem Tage wurden von den zerstrittenen Parteien Schiedsleute benannt, die 1448 zusammentraten. Ramstein wurde beim Schiedsgericht in Koblenz wieder dem Erzstift Trier zuge-sprochen. Die Burg war durch die Belagerung stark mitgenommen und bedurfte einer gründlichen Überholung. Dazu aber war Erzbischof Jakob von Sierck finanziell nicht in der Lage und so zerfiel der Besitz immer mehr.
Fast 40 Jahre hören wir nun nichts mehr von der Burg bis zum 28. Mai 1488. An diesem Tage übertrug Erzbischof Johann II. von Baden seinem Chorbischof Dietrich von Stein den Besitz mit der Maßgabe, die Burg wieder aufzubauen. Im Jahre 1490 waren die Bauarbeiten abgeschlossen. Doch nur 12 Jahre konnte sich Chorbischof Dietrich seines kostspieligen Besitzes erfreuen. Nach seinem Tode (6. März 1500) ernannte der Erzbischof nun Heinrich von Hartenrode zum lebenslänglichen Burggrafen des Schlosses Rumstein an der Kyll.
Richard von Greiffenklau zu Vollraths (1511 - 1531), der letzte Trierer Kurfürst, hat als Nachfolger Heinrichs von Hartenrode die Burg selbst bewohnt.
In der Folgezeit waren die Trierer Domdechanten Herren auf Ramstein. Im Jahre 1578 jedenfalls war es Bartholomäus von der Leyen. Nach dessen Tode im Jahre 1587 wollte Erzbischof Johann VII. von Schöneberg Ramstein wieder selbst in Besitz nehmen. Es gab darüber einen Rechtsstreit, besonders wohl wegen der damit verbundenen Einnahmen aus dem Zehnten. Jedenfalls obsiegte die Domdechanei, die Zeit der selbstherrlichen und mächtigen Kurfürsten war vorbei. Dies zeigte sich auch ein halbes Jahrhundert später während des 30-jährigen Krieges. Erzbischof Philipp-Christoph von Sötern (1623 - 1653) hatte in der Regierung des Landes eine recht unglückliche Hand und hielt es mit den Franzosen. 1835 wurde er von den Spaniern gefangen gesetzt und das Domkapitel übernahm die Regierung des Landes. Von nun an bis zur Einziehung der geistlichen Güter durch die Franzosen im Janre 1799 waren die jeweiligen Domdechanten Herren auf der Burg.
Als im Jahre 1674 die Franzosen unter Graf de Vignory wiederum Trier belagerten, wurde auch die Burg-Ramstein durch eine List in ihre Gewalt gebracht. Die französische Besetzung dauerte diesmal nur ein Jahr und die nun einrückenden kaiserlichen Truppen bauten die Feste noch stärker aus. Doch dann suchte ein anderes Unglück die Burg heim. Am 19. April 1675 brach im Burgbereich ein Feuer aus und vernichtete das ganze Hofhaus. Hauptstock und Scheune konnten gerettet werden. Unter beträchtlichen Kosten wurde das Hofhaus aber wieder neu errichtet. Weitere 14 Jahre gehen still vorüber. Ramstein ist ein blühender Hof und zur Pachtung stets begehrt. Bald aber stehen wieder drohende Kriegswolken am Horizont. Es beginnt der spanische Erbfolgekrieg. Französische Truppen ziehen heran, belagern wiederum Trier und die Verwüstungen setzen sich im Umland fort. Am 18. September 1689 werden Pfalzel, Ehrang, Welschbillig und auch die Burg Ramstein durch die Horden des Marschall Crequi in Brand gesteckt.
Nach Beendigung des Krieges wurde die Burg nicht wieder hergestellt.
Im Jahre 1786 brach in Ramstein wiederum ein gewaltiges Schadenfeuer aus, welcher das Hofhaus, Scheune und Stallungen total vernichtete. Domdechant von Kerpen plante nunmehr die Errichtung eines vollständig neuen Hofes mit noch größeren Ausmaßen. Die Errichtung dieser Gebäude scheiterte wohl am Kostenvoranschlag des Baumeisters, der 1050 Taler betrug. Daraufhin entschloß man sich zum Aufbau auf den alten Fundamenten. Die Gemeinde Kordel leistete Frondienst und lieferte das Bauholz aus ihren Waldungen. Am 25. Jan. 1788 wurde der Neubau übergeben und durch den damaligen Pächter Joh.-Jakob Sartorius bis 1799 verwaltet.
Im Zusammenhang mit der französischen Revolution und der Besetzung des Rheinlandes endete auch die Herrschaft der Domdechanten auf Ramstein. Wie alle Kirchengüter wurde auch Ramstein mit dem gesamten Flur- und Waldbesitz an einen Regierungsrat Schmelzer aus Trier zum Höchstgebot von nur 600 Talern verkauft. Etwa 1810 ging es in den Besitz des Advokaten Josef Fritsch über, der es durch seinen Pächter Christoph Molitor aus Kordel bewirtschaften ließ. Seine Erben verkauften am 30. Nov. 1826 Burg und Haus Ramstein mit Hofbering, sowie 50 Parzellen Wald und Flur an den Rotgerber und Bierbrauer Franz-Ludwig Britz (auch Bretz) aus Trier. In Ramstein hat der neue Besitzer erst nach dem Tod seiner 1. Ehefrau im Frühjahr 1829 Wohnung genommen. Hier führte er seine 2. Ehefrau Apollonia Feilen aus dem benachbarten Butzweilermühle zum Traualtar.
Bei einer Zahl von 19 Kindern (5 sind jung gestorben) war die Arbeit von Franz Ludwig Bretz in Ramstein reich gesegnet. 1859, zwei Jahre nach seinem Tod, war der Hof auf 46 Morgen, 61 Ruten und 50 Fuß angewachsen. Bis etwa 1870 war der Gasthausbetrieb noch sehr stiefmütterlich behandelt worden, natürlich wurde den wenigen Besuchern schon Milch und Viez aus eigener Produktion eingeschenkt. Das änderte sich aber am 14. Januar 1870 als der Sohn Nikolaus die junge Catharina Görgen vom Weishaus in Trier Pallien zur Frau nahm. Die junge, tatkräftige und geschäftserfahrene neue Burgfrau wurde, beginnend mit Viez, Buttermilch, Käse, Schinkenbroten und Eierkuchen, die Schöpferin des modernen Gasthausbetriebes auf Ramstein. Nicht nur in Trier, sondern auch in der ganzen Umgebung, wurde das damalige Gasthaus Bretz ein beliebtes sonntägliches Ausflugsziel.
In den Jahren 1978-88 wurde die Burgruine aus Mitteln des Besitzers sowie mit Zuschüssen der öffentlichen Hand, der Denkmalpflege und der Kreissparkasse Trier-Saarburg umfassend restauriert.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
ganzjährig von 10 bis 18 Uhr
Parkmöglichkeiten:
direkt an der Burgruine
Essen & Trinken:
Burgrestaurant
Übernachtung:
Burghotel
Tipps & Tricks: