Wasserschloss Ringenberg
in Hamminkeln-Ringenberg
Wasserschloss Ringenberg Schloss Ringenberg wurde urkundlich 1247 erstmals erwähnt. Erbaut wurde es um 1223 von den Herren von Dingen als festes Burghaus im strategisch wichtigen Grenzgebiet der Territorien von Kleve, Köln und Münster. Als die Adelsfamilie dann ihren Stammsitz dauerhaft dorthin verlegte, nannte sie sich fortan nach "von Ringenberg".
Durch einen Heiratsvertrag kam die Burg 1265 an die Grafen von Kleve, die ab 1359 dort einen Amtmann einsetzten.
1329 ließen die Burgbesitzen vier niederländische Familien als Fachleute kommen, um die Sumpflandschaft rund im Ringenberg trocken legen zu lassen und urbar zu machen.
Aus dem 14. Jahrhundert stammen auch die beiden imposanten Rundtürme an der Süd- und Ostecke der Anlage.
Es folgten mehrere Umbauten im 15. Jahrhundert. Unter anderem wurde dem vermehrten Einsatz von Feuerwaffen Rechnung getragen, indem hakenbüchsentaugliche Schlüsselscharten im Kellergeschoss des Ostturms. In diese Zeit fällt auch die Befestigung der Burg mit Gräben, Wällen und Mauern. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurden Instandsetzungsarbeiten vorgenommen, doch dieser erwiesen als recht erfolglos, denn während des spanisch-niederländischen Krieges wurde die Wehrburg erst von spanischen und im Jahr 1629 dann von niederländischen Truppen eingenommen. 1635 wurde die von den Niederländern endgültig zerstört. Zeitgenössischen Berichten zufolge war sie 1648 "gäntzlich ruinirt und demolirt, auch gantz und gar zum Steinhauffen verfallen."
Im gleichen Jahr erhielt der niederländische Oberst Jacob von Spaen Ringenberg für seine Verdienste als Mannlehen. Dessen Bruder Alexander von Spaen baute auf den Ruinen der mittelalterlichen Burg das heutige Schloss im Stil des niederländischen Barockklassizismus. Dabei wurden noch erhaltenen Rest des Wehrbau in die neuen Gebäude mit einbezogen, so z.B. die grabenseitigen, zwei Meter dicken Außenwände der Anlage. Auch wurden die beiden Ecktürme mit geschweiften, laternenbekrönten Hauben versehen. Die Wetterfahne auf dem Dach des Schlosses nennt das Jahr 1661 als Enddatum der Bauarbeiten.
Ende des 18. Jahrhunderts stand Schloss Ringenberg - derweil an den niederländischen Zweig der Familie von Spaen übergegangen - unter Verwaltung eines Rentmeisters. In seine Ägide ist wohl auch der Abbruch des einstigen Torhäuschens zu datieren, das zwischen 1733 und 1823 abgerissen wurde. Der Besucher musste es einst passieren, um das an allen vier Seiten von Wassergräben umgebene Schloss über eine Zugbrücke zu erreichen.
Nach 1848 erfolgten mehrer Besitzerwechsel, bis 1924 die Grafen von Plettenberg die baufällige Schlossanlage kauften. Ihren Bemühungen, sie zu erhalten, wurden aber durch den 2. Weltkrieg jäh zunichte gemacht. 1945 wird der nördliche Flügel fast gänzlich zerstört.
1988 erwirbt die damalige Gemeinde Hamminkeln die Anlage und lässt zu unter den Maßgaben des Denkmalschutzes aufwändig sanieren und restaurieren. In diesem Zuge wurden auch archäologische Grabungen durchgeführt. Interessante Fundstücke sowie die Ergebnisse dieser Grabung sind nun im Keller des Schlosses ausgestellt.
War schon in den Jahren zwischen 1909 und 1911 in den Schlossgebäude das Bürgermeisteramt untergebracht, dient Ringenberg seit 1994 ebenfalls wieder zum Teil städtischen Zwecken. Seit diesem Jahr beherbergt es das Standesamt des Stadt Hamminkeln.
Auch Feinschmecker kommen derweil auf ihre Kosten, denn 1998 eröffnete im barocken Kellergewölbe des Schlosses ein Restaurant. Die übrigen Räume werden von der Derik-Baegert-Gesellschaft genutzt. Aus diesem Grunde sind Innenbesichtigungen auch nur nach Voranmeldung oder ihm Rahmen von öffentlichen Ausstellungen und Konzerten möglich.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
ganzjährig von außen
Parkmöglichkeiten:
direkt am Schloss
Essen & Trinken:
Schlossrestaurant
Übernachtung:
nein
Tipps & Tricks: