Rochsburg
in Rochsburg
Rochsburg Die erste Nennung der Rochsburg reicht ins späte 12. Jahrhundert zurück. 1195 datiert eine Urkunde des Grafen Dietrich von Groitzsch, in der ein "Gunteros de Rochsberg" als Zeuge genannt wird, ebenso in der Bestätigungsurkunde des Markgrafen von Meißen. Beide Urkunden, 1195 ausgestellt, beziehen sich auf einen Vorgang des Jahres 1190. In weiteren Urkunden erscheint der Name von Rochsburg bis zum Jahre 1234. 1200 schenkte dieser dem Kloster Buch bei Leißnig das Gut Hohenkirchen nahe Lunzenau, woraus mit Sicherheit hervorgeht, dass es sich um den Besitzer der Rochsburg handelte. Einiges spricht dafür, dass er 1190, dem Todes- jahr Dedos von Rochlitz-Groitzsch, in den Besitz der Herrschaft Rochsburg gelangte. Dieses Gebiet war sicher schon seit ca. 1170 besiedelt worden, aber dem Allodialbesitz Dedos zugehörig und somit wettinisches Lehen. In den Urkunden wird Gunter von Rochsburg immer in den Reihen der Ministerialen erwähnt, nur 1212 als edelfrei, d.h. dem hohen Adel zugehörig, geführt. Vermutlich war er einer jener edelfreien Adligen, die sich der Vorzüge des Besitzes wegen in Vasallendienste eines größeren Grundherren begaben.
1283 ist das Jahr der ersten Erwähnung der Burggrafen von Altenburg als Besitzer der Rochsburg, seit 1235 wieder die erste, die Burg betreffende Urkunde. Im Dienst der Staufer waren die Altenburger Burggrafen direkte Vertreter der Kaiser im Pleißenland, deren Ambitionen die Festigung und Erweiterung der Einflusssphären und Machtgrundlagen in jenem bedeutenden Reichsgebiet waren. Zu den burg- gräflichen Rechten im Amtsbereich zählten die hohe Gerichtsbarkeit, Heer- und Gerichtsbann, Beaufsichtigung des Handels und Gewerbes, Einfluss auf die Belange der Reichsstadt Altenburg und der Oberbefehl über die Besatzung der Reichsburg Altenburg. Dietrich 11., Burggraf von Altenburg, erscheint ab 1283 häufig als Unterzeichner vor allem in Rochsburg ausgestellter Urkunden. Am 22. Juli 1296 wird sein offensichtlich bevorzugter Wohnort ausdrücklich "castrum Burggravii Rochsberg" genannt. Die später wieder eigenständige Grundherrschaft Penig gehörte bis zu seinem Tode 1301 - seit 1291 aus dem brüderlichen Familienzweig Albrecht 11. geerbt - ebenfalls zu den umfangreichen Besitzungen Dietrich 11. Nach dessen Tod wird sein ältester Sohn Albrecht IV. Burggraf von Altenburg. Er geriet ab 1308, als der Wettiner Markgraf Friedrich in der Schlacht bei Lucka die kaiserlichen Truppen vernichtend schlug und defacto Herr des Pleißenlandes wurde, in ein direktes Abhängigkeitsverhältis zu den Wettinern. Seine äußerst geschickte Politik zwischen den Fronten verhinderte für ihn Argeres. Es gelang ihm sogar zu erreichen, dass die Wettiner seinen persönlichen Besitz respektierten. 1324 wurden ihm und seinem Schwiegersohn, Burggraf Otto von Leisnig, alle reichsunmittelbaren und wettinischen Lehen, zu denen auch Rochsburg gehörte, von König Ludwig und Markgraf Friedrich von Meißen bestätigt. 1327 übertrug Kaiser Ludwig das Pleißenland mit dem Amt des Burggrafen von Altenburg an die Wettiner und entsprach damit auch juristisch den tatsächlichen Machtverhältnissen. Somit verloren jedoch die Burggrafen von Altenburg ihre Reichsunmittelbarkeit und gelangten unter wettinisches Lehen. 1329 regelte ein vom Markgrafen Friedrich dem Ernsthaften bestätigter Erbvertrag Albrecht IV. von Altenburg mit seinem Schwiegersohn Otto von Leisnig die Überschreibung der Besitzungen an den Letzteren. Das Todesdatum Albrecht IV. ist nicht genau zu ermitteln.
Das Amt des Burggrafen von Leisnig ging 1327 ebenso an die Wettiner über wie vorher das der Altenburger Burggrafen. Otto von Leisnig scheint bis 1343 gelebt zu haben. Ab 1359 ist sein Sohn Albrecht I. als Herr zu Rochsburg und Penig nachweisbar. Aus der Ehe mit Sophia von Waldenburg ging Albrecht 11. hervor, der ab 1371 wiederholt mit dem Vater Urkunden unterzeichnete. Albrecht I. starb 1411 und sein Sohn führte die Besitzungen bis 1433. Danach gab er die beiden Grundherrschaften Rochsburg und Penig zur gemeinschaftlichen Nutzung an seine Söhne Albrecht 111. und Otto 11. 1436 forderte er, sicher wegen Streitigkeiten zwischen den Söhnen, die Besitzungen kurzzeitig zurück und übergab sie beiden getrennt. Aus der Teilungsurkunde wissen wir, dass Otto 11. Penig und Albrecht 111. Rochsburg erhielt. Mit dieser Teilung war die Grundherrschaft Rochsburg um ein Wesentliches verkleinert. Verstritten und in Finanzsorgen sah sich Albrecht 111. genötigt, die Herrschaft Rochsburg am 10.3.1448 an Heinrich, Herrn zu Gera, zu veräußern. Dieser erhielt sie bereits am 12.3.1448 gemeinsam mit seinem Bruder von Kurfürst Friedrich als Lehen bestätigt. Die Herren zu Gera verpfändeten ihrerseits am 26. September 1452 ihre neuerworbene Grundherrschaft an Zschaslaw von Schönfeld für 1500 Schock Freiberger Groschen über eine Zeit von 5 Jahren. Dieser erhielt sein Geld nicht zurück, Rochsburg wurde wettinisches Amt und von Schönfeld Amtmann. 1461 erscheint ein neuer Amtmann Leverz Bußman. Weiterhin 1467 der Vogt Jorge von Reynßberg.
Am 28. Oktober 1467 nahm aus nicht zu ermittelnden Gründen Hans Graf von Hohnstein im Handstreich die Rochsburg. Er hinterließ ein ausführliches Inventarverzeichnis vom beweglichen Gut der Burg. Zwei Jahre blieb er unbehelligt, erst 1469 nutzten kurfürstliche Truppen die Abwesenheit v. Hohnsteins zur Rückeroberung der Rochsburg. Der damals einflussreichste kurfürstliche Ratgeber, Oberhofmarschall Hugold von Schleinitz, erhielt gegen Zahlung von 4000 Gulden 1470 die Rochsburg verpfändet, wobei ihm zugesichert wurde, alle übernommenen Baukosten zurückzuerhalten. Da Hugold v. Schleinitz ab 1470 umfangreiche Baumaßnahmen ein- leitete, wurde 1474 die Verpfändungszeit der Rochsburg vom Kurfürsten auf 12 Jahre begrenzt. Der großzügige Ausbau, bezeugt durch eine umfangreiche Urkunde, wurde zeitweise vom Oberlandesbaumeister Arnold v. Westfalen betreut. Hugold v. Schleinitz gelang es nicht, Rochsburg und das gleichzeitig erhaltene Kriebstein dauerhaft für sich zu sichern. Nachdem bei der Sächsischen Teilung von 1485 seinem Gönner Kurfürst Ernst wider Erwarten die thüringischen Besitzungen zufielen, verlor v. Schleinitz seinen Einfluss am Wettinischen Hof. Nach langen Verhandlungen vor dem Landesgericht erging der Beschluss, dass v. Schleinitz gegen Zahlung der 4000 Gulden Pfandsumme und 4000 Gulden Bauentschädigung Rochsburg und Kriebstein aufzugeben habe.
Wieder verwalteten Vögte das nunmehr herzogliche Amt. 1503 brannte die Rochsburg völlig aus, Unachtsamkeit in der Küche war die Ursache. Die Brüder Heinrich und Götz von Ende nutzten die Gunst der Stunde und gaben Kriebstein für die Rochsburger Grundherrschaft. Eine in bisherigen Untersuchungen kaum beachtete Instandsetzung, die derzeit auch noch nicht urkundlich belegbar ist, folgte danach. Immerhin übersiedelte 1523 der spätere Hallesche Ratsbaumeister Caspar Kraft aus Rochsburg in die Stadt an der Saale. 1545 war Heinrichs Sohn Wolf von Ende gezwungen, die Einkünfte der Herrschaft auf acht Jahre an H. von Schönburg zu überschreiben. Als 1547 im Schmalkaldischen Krieg kurfürstliche Truppen das schwach besetzte Schloss plünderten und nieder brannten, verkaufte Wolf von Ende die Rochsburger Grundherrschaft für 60000 Gulden an Georg, Hugo und Wolf von Schönburg, die damit ihre umfangreichen Besitzungen im oberen Tal der Zwickau- er Mulde erweiterten. Dem hohen Adel angehörend, waren die Herren von Schönburg in ihren Grundherrschaften Glauchau, Waldenburg, Hartenstein, Lichtenstein und Remse bis zum ihren Status ändernden Hauptrezess von 1740, Landesherren. Wolf 11. sorgte für Instandhaltung und großzügigen Ausbau der ruinierten Rochsburg. Unter Wolf 111., dem Sohn Wolfs 11., wurde das Schloss nach erneutem vernichtendem Brand 1582 unter wesentlicher Beibehaltung der vorgegebenen For- men erneuert. Nach 1620 besaß Wolfs Sohn, Johann Georg die Rochsburg, Christian Ernst v. Schönburg, bisher Mitbenutzer, kaufte sie 1637, erweiterte die Gesamtanlage in Details - besonders der Gartenanlage im Vorfeld des Schlosses galt seine Aufmerksamkeit. An der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert erlangte Heinrich Ernst von Schönburg durch eine intensiv betriebene Landwirtschaft, besonders aber mit der über Sachsens Grenzen hinaus bekannten Merino-Schafzucht Berühmtheit. Die zeittypischen, im englischen Gartenstil angelegten Spazierwege an den Hängen des Schlossberges und des Ortes entsprangen seinen Intentionen.
Die seit 1700 in den Grafenstand erhobenen Herren von Schönburg besaßen die Rochsburger Grundherrschaft bis 1945. Zunehmende finanzielle Schwierigkeiten wegen der immer geringeren Einkünfte aus den Eigenwirtschaften und Verpachtungen wirkten sich direkt auf den Bauzustand der Rochsburg aus. Seit 1911 waren einzelne Räume interessierten Besuchern zugänglich. Weiterhin existierte eine anfänglich kleine katholische Jugendherberge. Seit 1932 beteiligte sich der Freistaat Sachsen an der nun erweiterten, allgemeinen Jugendherberge. 1945 wurden auch die Grafen von Schönburg enteignet, und so gelangte neben umfangreichem Grundbesitz die Rochsburg an das Land Sachsen. Ab 1948 öffnete das Museum auf erweiterter Grundfläche, ebenso wurde die Jugendherberge wieder zugänglich. Zusätzlich waren Mieter in die Rochsburg eingezogen. 1952 hatte der Kreis Rochlitz die Rochsburg übernommen und die vorgefundene Nutzung weitergeführt.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
November bis März: Dienstags bis Sonntags 10:00 bis 16:00 Uhr
April bis Oktober: Dienstags bis Sonntags 10:00 bis 17:00 Uhr
(letzter Einlass 30 Minuten vor Schließung)
Museumseintritt für Erwachsene 2,50 EUR
Parkmöglichkeiten:
Kostenpflichtig direkt an der Burg
Essen & Trinken:
nein
Übernachtung:
nein
Tipps & Tricks:
Die Fotoerlaubnis für das Museum kostet 2,00 EUR