Rosenburg
in Riedenburg
Rosenburg Die Baugeschichte der Rosenburg ist noch nicht ausreichend erforscht. Dies gilt vor allem für die hochmittelalterliche Burganlage, die durch die Bauten der Renaissance und Maßnahmen im äußeren Burgbereich entscheident verändert wurde. Ob Burg Rosenburg noch durch die Burggrafen von Regensburg oder bereits durch die bayerischen Herzöge errichtet wurde, konnte bislang nicht eindeutig geklärt werden.
Ohne Zweifel ist die Rosenburg zur Zeit des staufischen Burgenbaus entstanden und gehört zum Typus der klassischen Ritterburg. Für das Bauwerk wurde das Ende eines Bergrückens südwestlich der Ortschaft als Standort gewählt, der dominierende Platz in der Landschaft. Ein breiter Halsgraben trennt den inneren, stauferzeitlichen Burgbereich vom Hinterland. Der auf diese Weise entstandene Burgberg hat die Form einer Zungenspitze und setzt sich aus einer Gruppe von Jurafelsen zusammen. Die Umfassungsmauer folgt dem Rand der Felsformation, wobei die teils beträchtlichen Höhenunterschiede des Geländes durch mächtige hohe Mauern überbrückt und ausgeglichen sind. Im Westen ist der Bereich der romanischen Mantelmauer unmittelbar hinter dem Graben später mehrfach verändert worden, doch stammen zumindest die Mauerteile an der Westseite des Bergfrieds teilweise aus der Stauferzeit. Das Tor zur Hauptburg jenseits des Grabens ist nicht Orginal erhalten geblieben. Bei der kleinen Pforte auf der Nordseite, die in den Zwinger führt, ist jedoch noch eine größere Fläche der starken romanischen Ringmauer vorhanden. Vor allem außen sind hier große, etwas verwitterte Buckelquader mit Randschlag zu erkennen, eine der wenigen Stellen auf der Rosenburg, wo der stauferzeitliche Mauerverband noch gut erhalten zu sehen ist. Die Mauertechnik und die Proportionen der Buckelquader erinnern an die romanischen Bauteile auf der nahen Burg Tachenstein. Das anschließende Mauerstück bis zur Nordecke des Wohngebäudes ist im oberen Bereich offenbar einmal eingestürzt. Es wurde in jüngerer Zeit zum Teil wieder hochgeführt.
Romanisch ist auch der Unterbau des heutigen Nordostflügels auf der Hangseite, und zwar zumindest bis zum Anbau des von oben bis unten durchgehenden Schachtes. Einzelheiten der Mauertechnik sind trotz der Erneuerung des Putzes, die 1983 vorgenommen wurden, zu erkennen. Neben glatten Quadern, die an der Frontseite bis zu 55 cm hoch und 80 cm lang sind, treten vereinzelt und unregelmäßig auch Buckelquader auf. Dieselbe Technik ist beim Unterbau der Nordwestfassade des jetzigen Nordostflügels bis etwa in Höhe der ersten Wohnetage nachzuweisen. Ohne Zweifel steht also der Nordostflügel des Rosenburg zum Teil auf romanischen Mauern, das heißt wohl auf den Überresten eines staufischen Wohngebäudes. Im Osten und Südosten sind Relikte aus der Romanik weniger evident, doch dürfte der Verlauf von Gebäuden und Mauern auch hier auf die ursprüngliche Anlage zurückgehen. Der Südostflügel des Hauptgebäudes ist in der Renaissance offenbar völlig neu gebaut worden. Die Außenmauer der Nebengebäude ist jedoch ein Teil der mittelalterlichen Ringmauer und besteht im unteren Bereich aus Quadermauerwerk. Die Anordnung der beiden Haupttrakte im rechten Winkel zueinander, ehemals vielleicht Palast und Kemenate, dürfte aus der Stauferzeit übernommen sein.
Ein weiterer Überrest der staufischen Burganlage ist der Bergfried im vorderen Bereich der Hauptburg, beim Eingang in den Burghof auf der rechten Seite. Er ist unmittelbar hinter dem Abschnittsgraben plaziert, zum Schutz der Burg also nahe an der Angriffsseite. Der quadratische Turm steht als Riegel und Bollwerk ziemlich genau in der Mitte der Breitseite. Außerdem ist er übereck gestellt, so daß der Graben und das Vorgelände der Burg gut überwacht werden konnten. Durch die Anordnung des Bergfrieds ist die Anlage als Abschnittsburg mit einem Frontturm gekennzeichnet.
Die Burg der staufischen Epoche wurde von der Mitte des 13. bis ins mittlere 16. Jahrhundert wiederholt den wehrtechnischen Bedürfnissen angepaßt. Erneuert wurden zunächst die Befestigungen auf der Südseite der Burg und im Eingangsbereich, wovon sich Teile in den Außenmauern des Torwarthauses erhalten haben. Die Mauer mit dem Tor zum inneren Burghof dürfte ebenfalls in dieser Phase entstanden sein, wobei ungewiß ist, ob der Hof schon zur Stauferzeit gegen Norden abgeschlossen war.
Zusammen mit der Vorburg sind auch im Bereich der Hauptburg neue Befestigungen entstanden. Aus dieser Zeit stammen die hohe Wehrmauer mit der Schießschartenreihe im Anschluß an den Bergfried, der Rest des Wehrganges im südöstlichen Nebentrakt, eine weitere Mauer zur Sicherung der Tore im Bereich des Zwingers und die Toranlage beim inneren Graben. All diese Wehrbauten sind jedoch nur in Teilen erhalten geblieben.
Baugeschichtlich zum jüngsten Teil der Rosenburg zählen die beiden mehrgeschossigen Trakte im nördlichen Bereich der Hauptburg, die in der Renaissance von 1556 bis 1560 zum Teil unter Einbeziehung älterer Bausubstanz errichtet wurden.
Seit 1978 hat ein privat betriebener Falkenhof seinen Sitz auf der Rosenburg. Der Falkenhof hält die große Tradition der Falknerei lebendig, wie sie als Jagdart in früheren Jahrhunderten von der Rosenburg aus in den umliegenden Ländereien praktiziert wurde. Im Burghof werden zu diesem Zwecke lebende Falken, Adler, Geier und andere meist heimische Greifvögel gehalten, die im Altmühltal zum Teil schon lange ausgestorben sind.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
Mitte März - Mitte Oktober, dienstags bis Sonntags 11.00 - 17.00 Uhr
Flugvorführungen: Täglich 11.00 und 15.00 Uhr
Eintritt: Erwachsene 5,00 EUR, Kinder (bis 15 Jahre) 3,00 EUR
Parkmöglichkeiten:
2 Gehminuten von der Burg entfernt
Essen & Trinken:
Burgschänke
Übernachtung:
nein
Tipps & Tricks:
Auf dem Burggelände ist ein Falkenhof beheimatet. Die Burgschänke ist deshalb nur für Falkenhofbesucher zugänglich!