Schönburg
in Oberwesel
Schönburg Dass der Reichsministeriale Otto v. Schönburg die gleichnamige Burganlage 951 gründete, ist nicht nachgewiesen. Die offizielle Geschichte der Schönburg beginnt erst im 12. Jahrhundert, als sie im Jahre 1149 erstmals urkundlich erwähnt wurde und sich zu dieser Zeit im Besitz des Lehenträgers Pfalzgraf Hermann von Stahleck befand. Ihm wird nachgesagt, dass er einen Konkurrenten beim Kampf um den Pfalzgrafentitel, Otto den Jüngeren von Rheineck, im Kerker der Schönburg ermorden ließ.
Mit Friedrich von Barbarossa, der im Jahr 1166 die Schönburg und den Ort Wesel durch Tausch vom Erzbischof von Magdeburg zurückerworben hatte, wird erstmals das Geschlecht derer von Schönburg, welches sich nach der damaligen Reichsburg benannte, erwähnt. Es erwarb in der Folgezeit großes Ansehen und Einfluss. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts wurde die Schönburg zu einer der größten Ganerbenburgen am Rhein ausgebaut, um den stetig wachsenden Familien von Schönburg Platz bieten zu können. Aus dieser Zeit stammt der große, heute noch erkennbare Umfang der gesamten Burganlage, dessen Dreiteilung unverkennbar ist. Jedes Drittel der Burg war zeitweilig einer besonderen Schönburger Linie zu Eigen, denen die gesamte Burg mit allen Rechten und Pflichten gehörte.
Die Räumlichkeiten sollen zu dieser Zeit bis zu 250 Personen Wohnung geboten haben, hinzu kamen Ställe und Keller, Lager und Sääle.
Bündnisse und Abkommen trugen zur Sicherheit der Macht der Schönburger bei, zumal immer wieder Abkömmlinge dieses Geschlechtes in begehrten Staatsstellungen und hohen kirchlichen Würden anzutreffen waren. Der Einfluss der Schönburger auf die Stadt Oberwesel war zeitweise recht bedeutend. Auch gehörte den Schönburgern aus der Zeit der Frankenkönige das Recht, auf dem Rhein Zoll zu erheben.
Im Jahr 1318 ging die Schönburg als Lehen an den Erzbischof Balduin von Trier, im Jahr 1374 an Erzbischof Kuno von Trier, die Herren von Schöburg waren diesen also lehenspflichtig.
Die Schönburg wurde, wie fast alle Rheinburgen, von den Truppen des Sonnenkönigs Ludwigs XIV. im Jahre 1689 ausgeplündert, niedergebrannt und zerstört. Burg und Stadt lagen in Schutt und Asche. Nnahezu zwei Jahrhunderte nach ihrer Zerstörung blieb die Schöburg als Ruine liegen und diente auch als Steinbruch für Oberweseler Bauwerke.
Das Geschlecht der Schönburger starb mit den Söhnen Friedrichs von Schönburg im Jahr 1719 aus. Als "erledigtes Lehen" ging die Burg daraufhin in den Besitz von Kurtrier. Bei der Belagerung von französischen Truppen im Jahre 1796 wurde sie zu französischem Nationaleigentum erklärt. Um 1800 kaufte der Franzose Jean Renaud Herrf die Ruine Schönburg, danach ergingen noch einige Besitzerwechsel über die Ruine. 1842 im Besitz des Prinzen Albrecht von Preußen, der sie 1866 an seinen Pächter Theodor Schlösser verkaufte ging sie schließlich an einen Baron Laffert, der die Ruine wiederum an Charles Hess weiterverkaufte.
Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts erwarb der deutsch-amerikanische Bankier T. J. Oakley Rhinelander aus New York die Ruine der Schönburg und wendete von etwa 1885 bis 1914 über 2 Millionen Goldmark, um die Trümmer und die Unordnung zu beseitigen und die Anlage nach alten Plänen wieder aufzubauen und zu erhalten.
Die Gesamtanlage der Schönburg ist durch drei Bergfriede gekennzeichnet. Einer davon ist der südlich gelegene ehemalige Gefängnisturm. Die Bergfriede wurden später von den Schönburger Familien als Wohnung ausgebaut. Die an den Südbau anschließende mächtige Schildmauer ist eine der bedeutendsten ihrer Art und bietet ein einzigartiges Denkmal dieser Wehrbauten. Sie wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhundert erbaut und diente als Schutz der südlichen, gefährdetsten Seite der Schönburg. Bemerkenswert ist der dreiwinklige Baustil dieser dicken Mauer. Hinter dieser Mauer befindet sich der Torturm, rechts an ihm vorbei gelangt man zur Kernburg.
Der älteste Teil der Schönburg mit seinem siebenseitigen Bergfried und einer Schmiede liegt auf dem nördlichen Felssporn zur Stadt hin. Der bis zum 13. Jahrhundert vorhandene Graben wurde später mit einer Stützmauer versehen und bildet heute den mittleren Burghof. Der einst nördlich angrenzende Bergfried stürzte im Jahr 1880 ein. Die übrigen Gebäude der nördlichen Burghälfte wurden vermutlich im 16. Jahrhundert auf älteren Grundmauern errichtet.
Beachtenswert ist auch die spätgotische Burgkapelle. Sie wurde von Rhinelander auf ihren alten Grundmauern restauriert und nach 1981 renoviert.
Nach dem Tode Oakley Rhinelanders erwarb 1950 die Stadt Oberwesel für 35.000 DM die Schönburg und begann mit dem Ausbau des Nordteils der Burg, die heute u.a. ein renommiertes Burghotel beherbergt.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
ganzjährig nur von außen
Parkmöglichkeiten:
direkt an der Burg
Essen & Trinken:
Burgrestaurant 'Auf Schönburg'
Übernachtung:
Burghotel 'Auf Schönburg'
Homepage:
Tipps & Tricks:
In den Burgräumen befindet sich auch ein Haus des Kolpingwerks.