Wasserschloss Söder
in Holle
Wasserschloss Söder Die Schlossanlage ist an drei Seiten von einem Wassergraben umgeben und besteht aus dem eigentlichen Schlossgebäude sowie nördlich und nordwestlich vorgelagerten, schlichten Wirtschaftgebäuden, die somit einen Innenhof begrenzen. Das Schloss besitzt in einen quadratischen Mittelbau, der risalitartig aus der ocker verputzten Fassade hervortritt, und zwei sich westlich und östlich daran anschließende, gleich lange Seitenflügel, deren rückwärtige Ecken durch rechteckige Pavillontürme abgeschlossen werden. Der Mittelbau ist durch sieben Fensterachsen symmetrisch gegliedert, wovon die drei mittleren durch ein Mittelrisalit noch einmal besonders betont werden.
Während die vier Geschosse der Eckpavillons durch Mansarddächer abgeschlossen werden, besitzen die übrigen Gebäudetrakte Walmdächer. Das hohe Dach des viergeschossigen Mittelbaus besitzt als zusätzliches Schmuckelement einen Dachreiter mit Glocke, während die dreigeschossigen Seitenflügel nur von sehr niedrigen Walmdächern bekrönt sind.
Eine zweiläufige Freitreppe führt zum Portal, das sich genau in der Mittelachse des Schlossgebäudes befindet.
Das barockes Wasserschloss im Holler Ortsteil Söder, ging aus einem landwirtschaftlichen Gut hervor. Bereits im Mittelalter stand in Söder, einem Lehen des Bistums Hildesheim, eine kleine Burg mit dazugehörigem landwirtschaftlichen Gut, die den Rittern von Bortfeld gehörte. Nachdem die Familie von Bortfeld 1686 ausgestorben war, belehnte der Hildesheimer Fürstbischof Jobst Edmund von Brabeck 1690 einen Zweig seiner Familie mit dem Besitz.
Sein Neffe - ebenfalls mit Namen Jobst Edmund - ließ 1740 die alte Bortfelder Burg niederlegen und an deren Stelle in der Zeit von 1741 bis 1742 ein Schloss errichten. Sein Nachfahr Friedrich Moritz von Brabeck ließ das Gebäude über mehrere Jahre hinweg immer weiter zu einer repräsentativen Residenz aus- und umbauen und gab dem Schloss damit seine heutige Gestalt. Den Abschluss der Arbeiten markierten der 1791 Bau der Zufahrtsbrücke und des Eingangstors sowie die Errichtung zweier Pavillons an der nordwest- und nordöstlichen Ecke des Schlossgeländes. Im gleichen Jahr wurde auch mit der Anlage eines Schlossparks im Englischer englischen Landschaftsstil begonnen.
Als Kunstliebhaber trug Friedrich Moritz von Brabeck eine umfangreiche Kunstsammlung zusammen, die er ab 1788 zu Studienzwecken im Schloss ausstellte. Sie umfasste etwa 400 Werke, darunter viele Gemälde namhafter Künstler wie Raffael, Leonardo da Vinci, Rubens, Tizian oder Rembrandt. Diese Sammlung im Wert von etwa 500.000 Talern zog viele Besucher nach Söder und machte das Schloss zum kulturellen und geistigen Mittelpunkt des Bistums Hildesheim.
Ein Brand im Jahr 1845 beschädigte das Schlossgebäude schwer, es wurde jedoch bis 1848 wieder aufgebaut. Moritz' Schwiegersohn Andreas zu Stolberg verkaufte 1859 erst die Kunstsammlung und 1862 schließlich auch das Schloss. Neuer Besitzer wurde Boguslav von Schicheldt.
Curt von Schicheldt ließ umfassende Erneuerungen und Umbauten im Inneren des Gebäudes durchführen und auf der Westseite des Areals die heutigen Wirtschaftsgebäude errichten. Über seine Erbtochter Sigrid kam Schloss Söder im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts an die Familie ihres Ehemanns Eberhard von Hardenberg.
Nachdem das Schloss in den 1950er Jahren als Kulisse für den Film ''Du mein stilles Tal'' mit Curd Jürgens und Winnie Markus gedient hatte, wurde es durch Carola von Hardenberg 1968 unter Beibehaltung des barocken Stils noch einmal umfassend erneuert und modernisiert. Heute betreibt die Familie Lampe auf dem Schlossareal eine Pferdezucht.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
ganzjährig nur von außen
Parkmöglichkeiten:
direkt am Schloss, am Straßenrand
Essen & Trinken:
nein
Übernachtung:
nein
Homepage:
Tipps & Tricks:
!!! Privatbesitz !!!