Burg Sooneck
in Niederheimbach
Burg Sooneck Wahrscheinlich wurde Burg Sooneck schon im 11. Jahrhundert erbaut. In den ältesten Urkunden erscheint sie unter dem Namen "Saneck". Nach dem Tod von König Richard, wird sie in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, erstmals als "Sooneck" in den Urkunden verzeichnet.
Gemeinsam mit den Burgen Rheinstein und Reichenstein war sie Teil eines wehrhaften Burgensystems, das dem Schutz von Gebieten der Abtei Kornelimünster diente.
Ab 1213 waren es die Ritter von Bolanden und nach deren Aussterben ab 1241 die Ritter von Hohenfels, die als Vögte der Abtei deren Gebiete verwalten und ihre Interessen wahrnahmen. Doch die Lehnsleute wurden zu Raubrittern, erhoben unrechtmäßig Rheinzölle, nahmen Raubzüge und Überfälle vor. Die Burgen wurden belagert und im Jahre 1282 durch die Truppen des Rheinischen Städtebundes unter Führung König Rudolfs von Habsburg zerstört. 1290 wurde die Burg mit einem Bauverbot des Königs belegt.
Bis zum Jahre 1344 lag Todesschweigen über den Mauern der Burg Sooneck. Nachdem Besitz und Vogtei der Burg an Kurmainz gefallen waren, wurde das Bauverbot wieder aufgehoben. Der Erzbischof Mathias von Mainz, der über die Burg verfügte, sprach sie dem Domstift Mainz zu.
1346 belehnte Erzbischof Heinrich III. den Ritter Johann Marschall zu Waldeck mit den Burgen Sooneck, Reichenstein und der Heimburg. Um die Mitte des 14. Jahrhundert wurde Sooneck wieder aufgebaut. Im 15. Jahrhundert wurde Sooneck zur Ganerbenburg. Mehrfach musste der Burgfrieden unter den Bewohnern der Burg geschlossen werden, da sich die Erben um ihren Anteil stritten.
Als 1649 die von Waldecks ausstarben, wurden die Herren von Breitbach Alleinbesitzer, bis auch schließlich sie ausstarben.
Anfang des 17. Jahrhundert erfuhr die Anlage durch Festungswerke noch eine Verstärkung, trotzdem wurde sie 1688/89 von französischen Truppen zerstört. Die Burg verödete und begann zu verfallen.
Das Domkapitel in Mainz trat die Ruine 1774 an vier Einwohner aus Trechtingshausen ab, die Weinberge innerhalb und außerhalb der Ringmauer anlegten.
Anfang des 19. Jahrhunderts war die Burg Eigentum der Gemeinde Niederheimbach, ehe 1834 die Söhne Friedrich Wilhelms III. von Preußen die zerstörte Burg kauften. Die vier Brüder beauftragten 1843 den Koblenzer Festungsbaumeister Ingenieurmajor Karl Schnitzler damit, die Ruine zu einem Jagdschloss auszubauen. Wie die zeitgenössische Beschreibung zeigte, stand noch ein Großteil der Burg aufrecht. Die Bauarbeiten begannen und dauerten bis 1845.
Der beschädigte Bergfried wurde neu unterfangen, die Keller wurden von Schutt freigeräumt, der Bergfelsen wurde für eine Verbindung zwischen Palas und Außenbauten durchbrochen. Bis 1846 wurde die Kastellanswohnung neben dem Haupteingangstor fertig.
1847 waren an den Hauptgebäuden die Gewölbe ausgebessert, das Mauerwerk weitgehendst instandgesetzt und Vorbereitungen für das Einziehen der Decken getroffen. Als in Berlin die 1848er Revolution losbrach, kamen die Arbeiten zum völligen Stillstand.
Prinz Albrecht, der jüngste Bruder des Königs, trat 1850 vom Wiederaufbauvertrag zurück, da seiner Meinung nach keine Aussicht auf Fortsetzung der Arbeiten auf Sooneck bestand, doch die Restaurationstätigkeit wurde ab 1852 wieder aufgenommen. Der Talturm wurde ausgebaut und erhielt eine Brückenverbindung zur höherliegenden Terrasse unterhalb des Burghauses. Die Terrassen und Terrassenmauern wurden gesichert, und man begann mit dem Weiterbau des Burghauses. 1856 jedoch standen die Arbeiten erneut still.
1858 übernahm der Prinz von Preußen die Regierungsgeschäfte, ab 1860 wurden die Instandsetzungsarbeiten fortgesetzt. 1860/61 wurden die Dächer von Palas und Bergfried gedeckt und beide Bauten mit alten Fachwerkwänden versehen. Der innere Ausbau wurde abgeschlossen, Türen und Fenster eingesetzt, alle Mauern erneut ausgebessert und mit Toren versehen, und die Zugbrücke wurde eingerichtet. Abgesehen davon, dass König Wilhelm 1863 und 1875 die Burg besuchte, ist sie nie im geplanten Sinne eines Jagdschlosses genutzt worden.
Mit der Fürstenabfindung kam die Burg nach dem ersten Weltkrieg 1918 in Staatsbesitz. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde sie der Verwaltung der staatlichen Schlösser Rheinland-Pfalz unterstellt.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
Karwoche bis 30. September: täglich 10:00 bis 18:00 Uhr,
1. Oktober bis 30. November und 1. Januar bis Karwoche: 10:00 bis 17:00 Uhr
letzter Einlass: 45 Minuten vor Schließung
Eintritt (mit Führung): Erwachsene 5,- DM Kinder: 3,- DM (Stand 2001)
Parkmöglichkeiten:
direkt an der Burg
Essen & Trinken:
nein
Übernachtung:
nein
Homepage:
Tipps & Tricks:
Es sind zwar Räume für eine Burgschenke vorgesehen, aber diese ist derzeit geschlossen.

In den Innenräumen ist das Fotografieren nicht erlaubt.