Wasserschloss Strünkede
in Herne
Wasserschloss Strünkede Auf den Namen Strünkede weist erstmals eine schriftliche Überlieferung des Jahres 1142 hin, als Wessel, ein Mitglied der Familie, als Zeuge in einem Streit des Stiftes Essen aussagte.
Die Baugeschichte des Schlosses ist wechselvoll. Erste Spuren von Besiedlung auf dem heutigen Schlossgelände lassen sich bereits in vorchristlicher Zeit nachweisen. Die ehemals nur wenig westlich des heutigen Schlosses gelegene Wallburg des 11. bis 13. Jahrhunderts war der Vorgänger der hochmittelalterlichen Burg Strünkede. Aus dem Jahre 1263 stammt die erste Nennung der Burganlage, in der Gerlach von Strünkede mit drei von ihm abhängigen Rittern wohnte. Er hatte sie als Lehen vom Grafen von Kleve erhalten.
Im Schlosspark ließ Bernd von Strünkede 1272 die Schlosskapelle errichten, heute das älteste erhaltene Bauwerk im Stadtgebiet von Herne.
Im 14. Jahrhundert wurde die Anlage als "einer Stadt ähnlich" beschrieben - mit Burg, Vorburgen, Wällen, Gräben und Festungen. In dieser Zeit erlebte sie zahlreiche Belagerungen, Besetzungen und Zerstörungen, die letzte im Jahre 1514. Wissenschaftler gehen daher davon aus, dass die jetzige Wasserburg frühestens Mitte des 14. Jahrhunderts mit dem Eckpavillon begonnen wurde. Im späten 16. Jahrhundert kam der Nordostflügel hinzu, im 17. Jahrhundert der Südwestflügel. Damit ist das bestehende zweiflügelige Wasserschloss dem Frühbarock zuzuordnen. Dass es einst als Bruchsteinbau errichtet wurde, lässt sich nur noch am Sockel erkennen. Den Zugang zum Hauptschloss bildet heutzutage ein Torbau mit Risalit aus dem Jahr 1664.
Die Auswirkungen der Industrie machten dem Schloss Probleme. Die Abbaufelder der Zeche Von der Heydt entzogen dem Schlossteich das Wasser. Der Strünkeder Bach versiegte, der Mühlenbetrieb musste eingestellt werden. Am Schlossbau entstanden Risse. 1900 verkaufte die letzte Eigentümerfamilie, die Familie Forell, das gesamte Anwesen an die Harpener Baugesellschaft. Diese begann mit Umbauarbeiten und gestaltete das Schloss zur historischen Gaststätte mit Säulen, Wandverkleidungen und anderen Dekorationen aus. Im 20. Jahrhundert musste Strünkede vielen Herren dienen: als Restaurant, als Lazarett im 1. Weltkrieg, als Schutzpolizeigebäude in den 20er Jahren, als Unterkunft für die Hitlerjugend nach 1933 und als Kindererholungsheim nach 1945.
Seit 1938 beherbergt das Schloss das Emschertal-Museum.
Seine heutige gelbe Farbe erhielt das Schloss in Anlehnung an eine Farblithografie von 1860/70 und nach Analyse alter Putzreste im Rahmen einer umfangreichen Restaurierung in den Jahre 1975 bis 1980.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
Museum: ganzjährig dienstags bis freitags und sonntags 10:00 bis 13:00 und 14:00 bis 17:00 Uhr, Samstags 14:00 bis 17:00 Uhr
Eintritt frei!
Parkmöglichkeiten:
etwa 2 Gehminuten vom Schloss entfernt
Essen & Trinken:
nein
Übernachtung:
nein
Homepage:
Tipps & Tricks:
Das Schloss ist Teil das Emschertal-Museums und zeigt dessen kultur- und stadtgeschichtlichen Schausammlungen.