Burg Thurant
in Alken
Burg Thurant Die Burg Thurandt wurde vom Pfalzgrafen Heinrich, dem Bruder König Ottos VI. und Sohn Heinrich des Löwen, um das Jahr 1200 erbaut. Die Burg Thurandt benannte er nach der Festung Thuron bei Tyrus im damaligen Syrien (heute Libanon), die er während der Kreuzzüge 1197 vergeblich erobern wollte. Man vermutet, daß er durch die Namensübertragung auch seine Burg für uneinnehmbar hielt.
Pfalzgraf Heinrich verzichtete bereits 1197 in Trier auf alle Lehen, und damit auch auf die Burg Thurandt. Für einige Jahre blieb sie Zankapfel zwischen Pfalz, Trier und Köln. Kurköln wollte die Burg trotz Einspruchs von Trier und Protestes des Papstes für sich haben. Darauf läßt auch eine Belagerung im Jahre 1218 schließen.
Schon früh entwickelte sich die Burg Thurandt zu einer Raubritterburg. Die pfälzischen Burgmannen verübten von hier aus viele Greueltaten. Wegen dieses Raubrittertums, zogen 1245 die Truppen des Trierer Erzbischofs vor die Burg Thurandt und belagerten sie in Verbindung mit dem Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden weit über zwei Jahre. Eine Bombardierung vom gegenüberliegenden Bleidenberg führte schließlich zur Kapitulation der Burginsassen. Nach der Überlieferung sollen die Eroberer ihren Sieg mehr als ausgelassen gefeiert haben, wenn man den Angaben trauen darf. Insgesamt soll nämlich die unglaubliche Menge von über 300 Fuder Wein verköstigt worden sein. Das entspricht einer Menge von 300 000 Litern. Die Burg Thurandt wurde unter den Erzbischöfen von Trier und Köln aufgeteilt. Diese errichteten daraufhin die zwei großen Bergfriede mit einer Trennmauer. Beide Hälften hatten auch jeweils ein eigenes Burgtor.
Die Raubzüge von der Burg Thurandt ließen indessen nicht nach. 1252 überfielen die Thurandter Ritter einen Weintransport des Kloster Trond. 1273 beorderte Pfalzgraf Ludwig vier Brüder der benachbarten Burg Schöneck als Burgmänner, obwohl er dazu kein Recht besaß.
344 wurde die Anlage an die Witwe Blanzflor von Schöneck und ihre Söhne verpfändet. Den Kölner Anteil der Burg besaß ab 1334 Graf Johann von Sponheim, ab 1426 Elsa von Oberstein. Trierische Burggrafen waren ab 1318 Hertwin von Winningen und Konrad von Schöneck, ab 1344 Johann von Loef, ab 1403 Friedrich und dessen Sohn Hermann von Loef und ab 1408 Werner von der Leyen. Auch Friedrich und Peter von Eltz hatten Lehen auf der Burg Thurandt inne. Die Burggüter lagen teilweise auf dem Hunsrück, auf dem Maifeld und im Moseltal zwischen Winningen und Müden.
1689 zerstörten französische Truppen des Sonnenkönigs Ludwig XIV. die Burg Thurandt bis auf die beiden Türme und ein Wohngebäude aus dem 16. Jahrhundert. Die Burgruine wurde 1915/1916 und nach einem Artilleriebeschuß 1945 teilweise restauriert.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
März bis Oktober 9:00 bis 18:30 Uhr, November bis Februar 10:00 bis 16:00 Uhr
Eintritt: für Erwachsene 5,00 DM (Stand 1999)
Parkmöglichkeiten:
direkt an der Burg
Essen & Trinken:
kleiner Imbiss im Burghof
Übernachtung:
eine Ferienwohnung für bis zu 6 Personen
Tipps & Tricks: