Ruine Virneburg
in Virneburg
Ruine Virneburg Die heute verbliebenen Mauern der Ruine können nur noch eine unvollkommene Vorstellung dessen vermitteln, was die Virneburg in den Zeiten ihrer Blüte einst gewesen ist. Vom 10. bis zum 15. Jahrhundert war sie Stammsitz eines der bedeutendsten Grafengeschlechter der Eifel und des Rheinlandes.
Während bereits durch Karl den Großen tapfere Männer für treue Dienste mit Land belehnt wurden, aber dennoch nur Lehnsträger waren, wurden sie unter Otto I. selbständige Landesherrn. Hier werden auch zum ersten Mal die Grafen von Virneburg genannt, die beim Eindringen der Ungarn über Kaisersesch kommend auf der Seite des deutschen Kaisers standen. Als Belohnung erhielten die Virneburger das Recht, ein Wappen führen zu dürfen, das fortan sieben Rauten zeigte; eine Nachbildung der Schilder von den besiegten Ungarn.
Eine weitere Erwähnung des Virneburger Grafengeschlechtes stammt aus dem Jahre 1042, als Berhardus de Virneburch als Zeuge in einer Urkunde des mächtigen Erzbischofs Popp von Trier 1042 erscheint. Ein pfalzgräfliches Lehen der Grafen von Sayn fiel an die Grafen von Virneburg. 1062 gelangte das Haus Virneburg unter Graf Hermann I. in den Besitz der Pellenz, die Teil der Pfalzgrafschaft war. 1229 erfolgte eine Besitzteilung zwischen den Grafen Hermann und Phillip von Virneburg; Hermann behielt die Grafschaft, Phillip baute im benachbarten Monreal die Phillipsburg.
Den Höhepunkt ihrer Macht erreichten die Virneburger im 14. Jahrhundert, als Heinrich II. von Virneburg in der Zeit von 1306 bis 1322 Erzbischof und Kurfürst von Köln war. Dieser machte dem Namen Virneburg alle Ehre, nämlich beim Bau des Kölner Domes. So ist in zwei dessen kostbarer Fenster das Virneburger Wappen dargestellt.
Heinrichs Neffe gleichen Namens steigt im Jahre 1328 aus der Gunst des in der "babylonischen Gefangenschaft" zu Avignon residierenden Papstes Johannes XXII. zum Erzbischof und Kurfürsten von Mainz auf. Dieses Amt hat er bis zu seinem Tode im Jahre 1353 inne. Weiterer Einfluss wird vom 13. bis zum Anfang des 15. Jahrhunderts dadurch gewonnen, dass man die Söhne und Töchter kirchliche Ämter bekleiden lässt. Danach entwickelten sich immer wieder Rechts- und Erbstreitigkeiten auch mit Kurtrier, dem Teile der Burg zum Lehen übertragen worden waren.
Dann muss der einst so reiche Kindersegen der Virneburger wohl plötzlich versiegt sein - wenigstens bei den männlichen Mitgliedern des Hauses, deren Nachkommen folgefähig gewesen wären. So rächte es sich schon früh, dass derart viele Virneburger den geistlichen Stand wählten. Als letzter seines Stammes starb Graf Kuno im Jahre 1545 kinderlos.
Kunos Frau schenkte die Grafschaft der Gräfin von Manderscheid-Blankenheim, ehe sie im Jahre 1623 durch Vermählung zum Hause Löwenstein-Wertheim wechselte. Das Wappen der Virneburger wurde ergänzt und führt seit jener Zeit über den sieben Rauten noch einen Löwen.
Die Virneburg blieb bis zum Reichsdeputationsausschuss in Löwenstein-Wertheimischem Besitz. Die Familie baute die Burg schlossartig aus. Ein Inventar von 1605 zählt 12 Räume, aber schon 1663 wurde Baufälligkeit festgestellt, die 1675 durch Wiederherstellungsarbeiten beseitigt wurde.
Während die Virneburg den 30-jährigen Krieg noch unversehrt überstand, wurde sie im Jahre 1689 von französischen Truppen in Brand geschossen. Der einst stolze Bau lag fortan in Trümmern. 1910 wurde auf Veranlassung des Königlichen Amtsgerichtes Adenau die Burgruine für 1080 Mark an den Rheinischen Verein für Denkmalpflege verkauft, der auch heute noch Besitzer des Areals ist.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
ganzjährig
Parkmöglichkeiten:
10 Steigminuten von der Burgruine entfernt im Ort
Essen & Trinken:
nein
Übernachtung:
nein
Homepage:
Tipps & Tricks: