Schloss Wolkenburg
in Wolkenburg
Schloss Wolkenburg Der Schlossbau Wolkenburgs geht aus einer Burganlage hervor, über deren Entstehungszeit keine genauen Angaben überliefert sind. Man nimmt jedoch an, dass Burg Wolkenburg im letzten Drittel des 12. Jahrhunderts erbaut wurde. Die zu ihr gehörige gleichnamige Herrschaft wurde zum großen Teil aus dem Territorium der Herrschaft Drachenfels gebildet. Die ersten Besitzer waren vermutlich Reichsministeriale, die sich nach der gleichnamigen Burg von Wolkenburg nannten.
Im Jahre 1404 ging Wolkenburg in markgräflich-meißnischen Besitz über, seit 1409 werden Heinrich und Klaus von Einsiedel für kurze Zeit im Zusammenhang mit dem Schloss Wolkenburg erwähnt, und in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde es an die Familie von Kaufungen weiterverlehnt. Nach dem Prinzenraub und der Hinrichtung des Kunz von Kaufungen im Jahre 1445 gelangten Burg und Herrschaft an Kurfürst Ernst und danach an Friedrich den Weisen und dessen Bruder Johann den Beständigen. Von letzterem wurde es dann an die Familie von Ende verlehnt.
Im Jahre 1635 gelangte Wolkenburg nach einem vorherigen dreijährigen Pfandbesitz des Haubold von Ende in den Besitz Heinrich Hildebrands von Einsiedel, dessen Familie es bis zur Bodenreform im Jahre 1945 innehatte.
Der Charakter der alten Burg ist durch spätere Umbauten, besonders des 16. Jahrhunderts und 18. Jahrhunderts, verlorengegangen. Gesichert wird die heutige Schlossanlage teilweise von steil abfallenden Felspartien und durch einen breiten Graben. Die einzelnen Gebäude des Schlosses, die durch eine mit Zinnen versehene Ringmauer verbunden sind, wurden so angelegt, dass sich ein ovaler Grundriss ergibt. Der Haupttrakt der Anlage besteht aus einem im wesentlichen dreigeschossigen Wohnbau, der sich von südöstlicher bis in südliche Richtung erstreckt und die Spitze des Bergvorsprunges beherrscht. An seiner äußeren Südostseite, die nur durch einen flach hervortretenden Erker einen besonderen Akzent erhält, wird dieser Trakt von drei Pfeilern gestützt. Einige der Rechteckfenster aus Rochlitzer Porphyr gehören ihrer Profilierung nach in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts. Im Innenhof ist der Südseite des Haupttraktes ein schmaler runder Turm vorgelagert, in dessen oberen Stockwerken eine Wendeltreppe eingebaut ist und dem sich eine dem Hof zugewandte doppelläufige Treppenanlage anschließt.
Rechts neben dem Turm sind noch zwei doppelte spätgotische Rechteckfenster sichtbar. Nach Südwesten verbindet ein Stück Ringmauer, an dem sich bis zu den letzten Erneuerungsarbeiten ein Relief mit dem nach rechts springenden Wolf, dem Wappen der Familie von Ende, befand, den Haupttrakt mit einem in schlichten Neorenaissance-Formen im Jahre 1873 erbauten Gebäude. In nordwestlicher Richtung schließen sich dann niedrigere Wirtschaftsbauten an. Ein Turm ist in östlicher Richtung in die Ringmauer eingebunden, dessen quadratischer Unterteil mit einer Durchfahrt verbunden ist, die den Zugang zum Schlosshof bildet. Sein runder Oberteil wird von Lisenen gegliedert und nach oben von einer barocken Laterne abgeschlossen. Mehrere Rechteckfenster weisen in alle vier Himmelsrichtungen. Das zur Hofseite gelegene Fenster zeigt als Bekrönung einen Dreiecksgiebel mit einem Lünettenmotiv.
Der ursprüngliche Zugang zu der alten Wehranlage erfolgte aus östlicher Richtung durch eine mit Schießscharten versehene Rundbastion. Zwischen dem nördlichen Turm und dem südlichen Haupttrakt sind in nordöstlicher Richtung wieder niedrigere Wirtschaftsbauten vorgelagert.
Im oberen Geschoss des östlichen Teils des Wohnflügels ist ein großer Saal mit klassizistischer Ausstattung, aus dem Ende des 18. Jahrhunderts, bemerkenswert. Dieser geht auf einen Entwurf von Friedrich August Krubsacius zurück und zeigt klassizistische Stuckreliefs.
Im Zuge der Romantik wurde an der Südspitze des Haupttraktes, nach der Mulde zu, eine Aussichtsplattform, der sogenannten Altan, mit Zinnenkranz vorgelagert. Etwas unterhalb davon entstand die Warte, ein Rundturm mit Kuppel, und darüber ebenfalls eine Aussichtsplattform mit Zinnenkranz.

 
Fakten



Öffnungszeiten:
Dienstags - Sonntags 14:00 - 17:00 Uhr
Eintritt für Erwachsene 2,00 EUR, ermäßigt 1,50 EUR
Parkmöglichkeiten:
direkt an der Burg
Essen & Trinken:
nein
Übernachtung:
nein
Homepage:
Tipps & Tricks: